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​Mit guter Ernährung lässt sich Sarkopenie bremsen ​

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Foto: syda productions / Shutterstock.com

[js] Wenn Menschen im Laufe des Lebens körperlich schwächer werden, gilt das oft als harmlose Alterserscheinung. Jedoch leiden 50 Millionen Menschen weltweit unter so starkem altersbedingten Muskelschwund, der sogenannten Sarkopenie, dass sie Gefahr laufen, zu stürzen oder ihren Alltag nicht mehr selbstständig bewältigen zu können.

„Sarkopenie ist eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr”, warnt Tommy Cederholm, Professor für Klinische Ernährung an der Universität Uppsala in Schweden. „Das größte Problem ist die mangelnde Aufmerksamkeit, auch unter Fachleuten”, so der Geriater. Neben zu wenig Bewegung und chronischen Krankheiten kann vor allem auch die Ernährung den Kraftverlust beschleunigen. Ältere Menschen verbrauchen weniger Energie, deshalb essen sie meist auch weniger. Dabei reduziert ein Großteil einfach die Gesamtmenge der Mahlzeiten. „Im Alter kann der Körper jedoch Eiweiße schlechter verarbeiten”, erklärt Cederholm. „Deshalb müssten ältere Menschen eigentlich mehr Protein zu sich nehmen, um den Muskelabbau zu begrenzen.”

„Der Fokus liegt dabei auf den essenziellen Aminosäuren, die der Mensch nur über die Nahrung aufnehmen kann.” Aktuell werde zudem zur Wirkung von Vitamin D geforscht. „Einige Studien deuten darauf hin, dass es wichtig für die Funktion der Muskeln ist”, erklärt der Ernährungswissenschaftler. „Wir brauchen hierzu aber noch mehr Daten.”

„Die Basis der Behandlung ist gezieltes Krafttraining”, betont der Experte. „Der zweite Pfeiler ist eine Ernährungsumstellung.” Ältere Menschen sollten die Aufnahme von Kohlenhydraten und Fett reduzieren und dafür den Proteinanteil in ihrem Speiseplan erhöhen. Das Eiweiß sollte dabei nicht nur aus Fleisch stammen: Auch Fisch und Hülsenfrüchte sind wertvolle Quellen.

Quelle

Deutsche Gesellschaft für Geriatrie

​Heft 11-2017


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