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Inwiefern profitieren Patienten nach Rückenmarksverletzungen von Übungstherapie?

Die Autoren dieser britisch-kanadischen Studie
wollten wissen, ob Patienten mit einer akuten
oder chronischen Rückenmarksverletzung durch
eine mindestens zweiwöchige Übungsintervention
ihre Leistungsfähigkeit verbessern können.
Da die Leitlinienempfehlung zur Übungstherapie
aus dem Jahr 2011 stammt, sollten aktuelle Erkenntnisse
hinzugewonnen werden.
Die Wissenschaftler suchten in den bekannten
Datenbanken nach englischsprachiger Literatur,
die zwischen 1980 und 2016 veröffentlicht worden
war; sie fanden 13.115 Studien und schlossen 211
davon ein. In 22 Untersuchungen wurden Betroffene
im akuten Krankheitsstadium inkludiert, 189
beschäftigten sich mit chronischen Patienten.
Bei den Erwachsenen mit chronischer Querschnittssymptomatik
seit sieben bis acht Jahren
(vorwiegend Männer, durchschnittlich 30 bis 34
Jahre alt) erhöhten Übungen die kardiorespiratorische
Fitness und die Muskelkraft, verbesserten
die Körperzusammensetzung und wirkten
sich positiv auf kardiometabolische Risikofaktoren
aus. Der Knochenstoffwechsel wurde hingegen
nicht beeinflusst. Die GRADE-Empfehlung
ist hier moderat bis hoch – im Gegensatz
zur Übungstherapie für Patienten nach akuter
Rückenmarksverletzung (seit fünf bis 14 Wochen):
Für die untersuchte Stichprobe (überwiegend
Männer, durchschnittlich 34 bis 40
Jahre alt) konnte nur ein sehr geringer Empfehlungsgrad
ausgesprochen werden.
Welche Art von Übungstherapie sollte nun aber
genau stattfinden? Für die chronischen Patienten
geben die Wissenschaftler eine geringe bis
moderate Empfehlung für zwei- bis dreimal wöchentlich
aerobes Training für den Oberkörper.
Das Training sollte 20 bis 40 Minuten dauern, bei
mittlerer bis hoher Trainingsintensität ausgeführt
und mit Kräftigungsübungen (drei Sätze mit
zehn Wiederholungen bei 50 bis 80 Prozent des
Einwiederholungsmaximums) kombiniert werden.
Dies verbessert sowohl die kardiorespiratorische
Leistungsfähigkeit als auch die Muskelkraft.
Ist die Übungsfrequenz höher, können die
chronischen Patienten auch ohne Kraftübungen
durch ein isoliertes aerobes Training des Oberkörpers
kardiovaskuläre Risiken minimieren sowie
Muskelkraft und Körperzusammensetzung
verbessern. Dazu
trainieren sie drei- bis fünfmal
pro Woche bei mittlerer bis hoher Intensität für
20 bis 44 Minuten. Mit Übungen können chronisch
querschnittsgelähmte Menschen ihre Leistungsfähigkeit
und ihren Stoffwechsel verbessern.
Betroffene im akuten Krankheitsstadium
profitieren nicht so stark.

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