| Beitrag aus der aktuellen pt | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Dehnung in der kinderphysiotherapeutischen BehandlungWelche Techniken sind geeignet und zugleich sinnvoll? Tobias Bergerhoff
PathophysiologieUm bei bewegungsgestörten Kindern vorhandene Muskeltonusstörungen sowie daraus resultierende Muskel- und Gelenkkontrakturen erfolgreich behandeln zu können, ist einerseits die kritische Auseinandersetzung mit herkömmlichen Dehntechniken nötig, andererseits braucht es die Interpretation der neurophysiologischen Grundlagen der Muskel-Sehnenphysiologie. Eine Gegenüberstellung funktioneller Dehntechniken im Gegensatz zu simplen Dehnübungen wird im zweiten Teil anhand praktischer Beispiele beleuchtet. Die Anwendung manueller Detonierungstechniken weist hierbei neue Wege in der Dehnung der pädiatrischen Patienten auf. Welche Diagnosen machen eine Dehnung erforderlich? Ob und wann in der pädiatrischen Praxis gedehnt wird, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. So ist bei Kindern, deren Bewegungsfreiheit graduell oder massiv eingeschränkt ist, beispielsweise eine Dehnung nach Frakturen und darauffolgender, lang anhaltender Gipsbehandlung erforderlich. Auch Kinder mit zerebralen Bewegungsstörungen, die auf Zehenspitzen gehen, können dazugehören. Grundsätzlich stellt sich dem Therapeuten die Frage, mit welchem Ziel eine Dehnung durchgeführt werden soll. Ist eine Verlängerung der Muskulatur gewünscht, um eine pathologische Gelenkstellung zu beeinflussen, oder soll der Muskeltonus verringert werden, um möglichen Kontrakturen vorzubeugen? Letzteres trifft auf die Krankheitsbilder zu, bei denen eine Schädigung des menschlichen Gehirns das Erscheinungsbild der infantilen Zerebralparese prägt. Dabei zeigt sich klinisch eine Dysfunktion der muskulären Tonusregulation, deren Ursache in einer kortikalen Läsion zu finden ist. Der sensomotorische Output der Schädigung tritt zumeist in Form einer Spastik auf. |
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