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Ehe ist gesund

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Foto: pixinoo / www.shutterstock.com

[js] Wissenschaftler schlagen vor, den Familienstand künftig als neuen Risikofaktor für Herzerkrankungen und Schlaganfälle aufzuführen. Sogar die Überlebenschancen nach solchen Erkrankungen sollen vom Beziehungs- und Familienstatus der Patienten abhängen. Personen, die alleinstehend, geschieden oder verwitwet sind, haben laut neuen Forschungsergebnissen ein höheres Risiko zu erkranken.

80 Prozent der kardiovaskulären Erkrankungen werden mit den bekannten Risikofaktoren in Verbindung gebracht: Alter, Geschlecht, hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Rauchen und Diabetes. Aber es ist noch nicht klar, was die übrigen 20 Prozent beeinflusst. 

Eine weltweite Studie unter der Leitung der britischen Keele University in Zusammenarbeit mit der Macquarie University in Sydney kam zu dem Ergebnis, dass die Ehe möglicherweise vor der Entstehung von Herzkrankheiten und Schlaganfällen schützt und darüber hinaus Einfluss darauf nimmt, wer eher an den Folgen der Erkrankungen stirbt.

Die Pool-Analyse der Daten hat offengelegt, dass im Vergleich zu Menschen, die verheiratet waren, die Unverheirateten (nie verheiratet, geschieden oder verwitwet) ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (42 Prozent) und Herzgefäßerkrankungen (16 Prozent) aufwiesen. Nicht verheiratet zu sein, wurde außerdem mit einem erhöhten Risiko für tödliche Herzgefäßerkrankungen (42 Prozent) oder tödliche Schlaganfälle (55 Prozent) in Zusammenhang gebracht. 

Geschiedene Männer und Frauen wiesen ein 35 Prozent höheres Risiko für Herzkrankheiten auf, wohingegen bei verwitweten Personen ein Schlaganfall um 16 Prozent wahrscheinlicher war.

Literatur: Wong CW, et al. 2018. Marital status and risk of cardiovascular diseases: a systemic review and meta-analysis. Heart. Jun 19. [Epub ahead of print]

 

 

Heft 10-2018


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