Anfangseffekte

Als Anfangseffekte werden auffallende Leistungssteigerungen bezeichnet, die wenige Wochen / Monate nach Beginn eines gezielten Trainings von körperlichen Fähigkeiten auftreten. Die Leistungssteigerungen sind umso deutlicher, je gezielter und angemessener die Belastungsparameter Häufigkeit, Umfang und Intensität beachtet werden und je geringer das Ausgangsniveau bzw. die vorherige Beübung ist (längerfristige Unterbelastungen durch Bewegungsmangel, Krankheiten, wodurch es zu Rückgang / Verkümmerung der den körperlichen Fähigkeiten zugrunde liegende Funktionspotenzen kommt und damit eine sehr niedrige Reizschwelle vorliegt).
Anfangseffekte können ermittelt werden, wenn mehr als zwei Tests im Längsschnitt stattfinden. Obwohl viele empirische Studien nur Prä- und Posttest aufweisen, sind inzwischen bei allen körperlichen Fähigkeiten und einigen Altersklassen Anfangseffekte beschrieben worden. Vor allem bei Kraftfähigkeiten treten schon nach etwa 10 Übungseinheiten bemerkenswerte Leistungssteigerungen auf. Diese können erklärt werden durch verbesserte intra- und intermuskuläre Koordination sowie durch eine relativ kurzzeitig stattfindende Ausrüstung der Zellen mit Mitochondrien, Enzymen und Substraten.
Den Anfangseffekten nachfolgende Leistungssteigerungen sind relativ gering. Sie sind abhängig von angemessenen Erhöhungen der Belastungsparameter.

Stagnation der körperlichen Leistungsfähigkeit statt Rückbildung, Heft 6/2010, S. 6

  

 

Glossar

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