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Gatekeeper
Das englische Wort »Gatekeeper« bedeutet »Pförtner« oder »Schrankenwächter«. In den USA ist das Gatekeeper-Prinzip Teil des sogenannten »Managed Care«. Dieser Begriff umschreibt eine Vielzahl von Organisationsformen und Steuerungsinstrumenten, die alle das Ziel einer effizienten Gesundheitsversorgung haben.
Gatekeeping heißt in diesem Zusammenhang, dass jede Behandlungsepisode, mit Ausnahmen wie Notfällen, mit einem Besuch bei einem Allgemeinarzt/Primärarzt (Gatekeeper) beginnt. Dieser entscheidet über Facharztkonsultation oder Krankenhausbehandlung. Viele Ansätze kennt man inzwischen auch im deutschen Gesundheitssystem: integrierte Versorgungsformen, Einkaufsmodelle, Positivlisten, Disease-Management-Programme oder auch das Hausarztmodell.
In dem deutschen Hausarztmodell übernimmt dieser die Gatekeeper-Funktion. Die Patienten entscheiden sich für mindestens ein Jahr für einen Arzt, der mit der jeweiligen Krankenkasse einen Vertrag abgeschlossen hat. Dieser Mediziner hat idealerweise einen Gesamtüberblick über die Anamnese des Patienten sowie über die bisherigen Behandlungen. Er soll den Patienten durch das Gesundheitswesen »lotsen« beziehungsweise die Eingangspforte bewachen. Man verspricht sich eine Reduzierung des durch das Chipkartensystem möglich gewordenen »Ärztetourismus«, eine Stärkung der Beziehung zu einem Haus- oder Familienarzt und dass einfache Behandlungsfälle dort verbleiben. Dem Versicherten gewähren die Krankenkassen im Gegenzug verschiedene finanzielle Vorteile: reduzierte Zuzahlungen, Wegfall der Praxisgebühr oder niedrigere Krankenkassenbeiträge.
Allerdings ergab eine Untersuchung der Bertelsmannstiftung von 2004 bis 2007, dass das Modell bisher nicht den gewünschten Erfolg brachte
www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-0A000F0A5D00- 020B/bst/hs.xsl/nachrichten_84748.htm.
Analysegestützte Medizinische Trainingstherapie in einem multimodalen Netzwerk, Heft 11/2008, S. 1274
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