Nocebo-Effekt
Im Begriff Nocebo steckt das lateinische Wort nocere = schaden. Analog zum Placebo-Effekt von placebo = ich werde gefallen ist der Nocebo-Effekt eine negative Reaktion auf eine Intervention ohne eine spezifische Wirkung.
Bei Versuchen mit Placebos, also wirkstofffreien Medikamenten wurden auch negative, krankmachende Auswirkungen festgestellt. Von da an sprach man von einem Nocebo, wenn der negative Effekt überwiegt; dieser beruht wahrscheinlich unter anderem auf einer bestimmten Erwartungshaltung, die auch unbewusst sein kann. Allein die Befürchtung, dass bestimmte äußere Einwirkungen nicht nur Medikamente krank machen könnten, kann tatsächliche Symptome erzeugen. Eine Rolle kann auch die sogenannte (negative) selbsterfüllende Prophezeiung spielen.
Es sind viele Beispiele für Doppelblindstudien mit Medikamenten und anderen Interventionen bekannt, in denen Patienten über Nebenwirkungen klagten, die zur Kontrollgruppe gehörten, also nur Placebos bekamen. Sowie sich also der positive Effekt jeder Maßnahme, auch der Physiotherapie, durch den Placeboanteil erhöht, trägt der Nocebo-Effekt zu unerwünschten Neben wirkungen bei.
(Interessante Arbeit zum Nocebo-Effekt im Behandlungsalltag von einer Physiotherapeutin unter: www.physios.ch/pdf_Ordner/modul_literaturstudien/Orginal_für_MT_daniela.pdf).
Systemische Physiotherapie, Heft 1/2009, S. 31
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