_Magazin

Kognitiv fit bleiben

.

Vom 4. bis 7. Juli 2018 fand in Dublin der 23. Jahreskongress des European College of Sport Science (ECSS) statt. Knapp 3.000 Teilnehmer aus 67 Ländern diskutierten vier Tage lang neue Erkenntnisse aus Training und Therapie. Der Sportwissenschaftler Dr. Jan Wilke von der Goethe-Universität Frankfurt fasst einige der interessantesten Beiträge für Sie zusammen.

.

Die Beeinflussung der Hirnfunktion durch körperliche Aktivität ist einer der aktuellsten Forschungstrends in der Sportwissenschaft. Caterina Pesce (Universität Rom) zeigte in ihrem Übersichtsvortrag interessante Wechselwirkungen zwischen dem körperlichen Aktivitätslevel und der kognitiven Leistungsfähigkeit.

BUNDITINAY / shutterstock.com

So weisen ältere Menschen mit geringem Fitnesslevel gegenüber sehr aktiven Personen markante Defizite in den Fähigkeiten Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitung auf. Anders verhält es sich bei komplexeren Hirnfunktionen wie der kognitiven Flexibilität: Diese ist unabhängig vom Fitnesslevel im Alter reduziert.

Pesce glaubt deshalb, dass – im Gegensatz zu einfachen kognitiven Fähigkeiten – für den optimalen Erhalt der höheren Hirnfunktionen die Art der körperlichen Aktivität entscheidend ist. Die genauen Zusammenhänge in diesem Kontext seien jedoch bis dato noch unklar.

 

Quelle
Pesce C. 2018. The contrasting effects of physical activity on attentional and cognitive aging: do the quantity and quality of physical activity matter? Vortrag beim 23. Jahreskongress des ECSS, Dublin

 

pt 11-2018

Autor

Jan Wilke

Sportwissenschaftler (M. A.); wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Sportmedizin (Prof. Banzer) am Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt; Forschungsschwerpunkte: Leitung des Arbeitsbereichs Faszienforschung, Sportrehabilitation und medizinische Trainingstherapie, chronische Rückenschmerzen.

wilke@sport.uni-frankfurt.de

Teilen & Feedback