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Lärm am Arbeitsplatz – höheres KHK-Risiko für Männer

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Foto: nito / shutterstock.com

[js] Mit zunehmendem Lärmpegel im Job steigt einer schwedischen Studie zufolge für Männer das Risiko, eine koronare Herzkrankheit (KHK) zu entwickeln. Besonders groß ist die Gefahr offenbar bei denjenigen, die gleichzeitig unter hohem psychischen Druck stehen. 

Im Rahmen einer prospektiven Längsschnitt-Kohortenstudie haben Helena Eriksson vom Sahlgrenska University Hospital in Göteborg und Kollegen Daten von 5.753 schwedischen Männern der „Primary Prevention Study” ausgewertet. Die Probanden wurden zwischen 1915 und 1925 in Göteborg geboren.

Im Vergleich zu Personen mit einer Lärmbelastung unter 75 Dezibel (dB) hatten Männer, die in ihrem Berufsleben Geräuschpegeln mittlerer Stärke (75–85 dB) ausgesetzt waren, altersadjustiert ein um 15 Prozent höheres KHK-Risiko.

Bei hohem Lärmpegel (> 85 dB) war das Risiko um 27 Prozent gesteigert. Auch wenn neben dem Alter die Faktoren Body-Mass-Index, Diabetes, Hypertonie, Raucherstatus und Cholesterin berücksichtigt wurden, blieben die Risikounterschiede zur Kontrollgruppe signifikant.

Für Arbeitnehmer, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Lärmspitzen ausgesetzt waren, ermittelten die Wissenschaftler ein um 19 Prozent erhöhtes KHK-Risiko im Vergleich zu Berufstätigen an ruhigen Arbeitsplätzen.

Besonders ausgeprägt waren die Folgen des Lärms für diejenigen, die während der Arbeit zusätzlich unter starkem psychischen Druck standen, etwa weil sie hohe Anforderungen erfüllen mussten, aber nur wenig Einflussmöglichkeit hatten.

Kein Zusammenhang mit dem Lärmpegel am Arbeitsplatz fand sich für den Schlaganfall.

Literatur

1. Eriksson HP, et al. 2018. Longitudinal study of occupational noise exposure and joint effects with job strain and risk for coronary heart disease and stroke in Swedish men. BMJ Open 8:e019160

Heft 06-2018


Autor

Jörg Stanko

Physiotherapeut seit 1992; bis 2013 in verschiedenen Praxen und Krankenhäusern tätig; Schriftsteller; schreibt Romane, Kinder­bücher und Ruhrgebietskrimis; Referent für kreatives Schreiben; Vater eines Sohnes; freier pt-Autor und pt-Redakteur

stanko@pflaum.de

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