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Nachrichten-Special: Stehen Sie bloß nicht herum!

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Rund 1.000 Teilnehmer konnten sich im Mai beim Deutschen Olympischen Sportärztekongress in Hamburg über die neuesten Erkenntnisse aus der bewegungsbezogenen Forschung austauschen. Die Konferenz wurde von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) und der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) organisiert. Der Sportwissenschaftler Dr. Jan Wilke fasst einige der Vorträge für Sie zusammen.

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Foto: Africa Studio / shutterstock.com

Sedentäres Verhalten – zum Beispiel Sitzen und Liegen außerhalb der Schlafenszeiten – gilt seit einigen Jahren als signifikanter Risikofaktor für eine erhöhte Mortalität. Immer wieder werden daher Unterbrechungen längerer Inaktivitätsphasen empfohlen, um deren negative Folgen zu verhindern. Alan Donnelly von der Universität Limerick (Irland) zeigte in seinem Überblicksvortrag eindrücklich anhand noch nicht veröffentlichter Daten, dass Stehen keine sinnvolle Maßnahme darstellt. In einer großen Studie hatte der Wissenschaftler bei 368 irischen Probanden das habituelle Aktivitätsverhalten protokolliert und dabei zwischen Sitzen, Stehen sowie leichter und moderater / intensiver Aktivität unterschieden. Wenig überraschend korrelierte die sitzende Inaktivität mit zahlreichen negativen Konsequenzen, wie einer Erhöhung des Blutdrucks oder einer ungünstigen Beeinflussung des Lipoprotein-Stoffwechsels. Während jedoch sowohl leichte als auch moderate / intensive Aktivität mit einer Verbesserung der meisten Parameter assoziiert war, hatte Stehen nur einen kaum messbaren Einfluss auf das Risikoprofil.

Quelle: Donnelly A. 2018. Reducing sedentary time by modifications of behavior standing, LIPA and MVPA. Vortrag beim Deutschen Olympischen Sportärztekongress, Hamburg

Heft 09-2018


Autor

Jan Wilke

Sportwissenschaftler (M. A.); wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Sportmedizin (Prof. Banzer) am Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt; Forschungsschwerpunkte: Leitung des Arbeitsbereichs Faszienforschung, Sportrehabilitation und medizinische Trainingstherapie, chronische Rückenschmerzen.

wilke@sport.uni-frankfurt.de

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