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Nicht mehr als ein Bier pro Tag

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Foto: Natalya Okorokova / shutterstock.com

[js] Eine neue Analyse bestätigt: Jenseits von 150 Gramm Alkohol pro Woche nimmt das Sterberisiko deutlich zu. Rund 100 Gramm pro Woche scheinen dagegen eher kardioprotektiv zu wirken.

Wie viel Alkohol darf es sein? Über diese Frage wird seit jeher gestritten, wenn es um die gesundheitlichen Auswirkungen geht. Aus unzähligen Beobachtungsstudien kristallisiert sich letztlich immer wieder derselbe Zusammenhang heraus: Geringe bis moderate Mengen Alkohol gehen mit einer reduzierten Rate für kardiovaskuläre und vor allem für kardiale Ereignisse einher, ab einer gewissen Dosis überwiegt aber eindeutig der Schaden.

Eine große britische Analyse legt nun nahe, dass das Sterberisiko jenseits von 150 Gramm Alkohol pro Woche drastisch steigt – das entspricht ungefähr 3,75 Litern Bier (etwas mehr als ein halbes pro Tag) oder 1,34 Litern Rotwein mit 14 Prozent Alkohol (täglich circa ein Glas Wein).

Darunter ist die Mortalität nicht signifikant erhöht. Wer zwischen 200 und 350 Gramm Alkohol pro Woche konsumiert, hat dagegen im Alter von 40 eine um zwei Jahre verkürzte Lebenserwartung, jenseits von 350 Gramm sind es sogar fünf Jahre weniger. 

Ein großes Manko solcher Studien ist, dass sie auf Selbstauskünften beruhen: In Umfragen schätzen Teilnehmer ihren Alkoholkonsum meist zu niedrig ein.

Literatur

1. Wood AM, et al. 2018. Risk thresholds for alcohol consumption: combined analysis of individual-participant data for 599 912 current drinkers in 83 prospective studies. Lancet 391:1513–23

 

Heft 06-2018


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