_Evidenzbasierte Therapie

Physiotherapie und Opioide nach Hüftspiegelung: Welche Versorgung ist optimal?

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Sollten die postoperative Opioidgabe und Physiotherapie zusammen oder nacheinander erfolgen? Dazu wurden Gesundheitsdaten von 18 bis 50 Jahre alten Patienten aus dem militärischen Bereich mit Hüftspiegelung bei femoroacetabulärem Impingement (FAI) ausgewertet. Entweder hatten die Patienten eine der Therapieformen isoliert oder beide in Kombination erhalten. Die Datenauswertung berücksichtigte die angefallenen Gesundheitskosten. Die retrospektive Kohortenstudie führten amerikanische und australische Wissenschaftler durch. Von den insgesamt 1.870 Patienten hatten rund ein Drittel (n = 630) nur eine Therapieform erhalten, davon 57,8 Prozent Physiotherapie (n = 364) und 42,2 Prozent eine Opioid-Verordnung (n = 266). Mehr als die Hälfte der Patienten (57 Prozent) bekam beides. Ohne postoperative Therapie blieben etwa neun Prozent.

Die Patientengruppe mit Physiotherapie verursachte insgesamt geringere Kosten, vor allem, da keine weiteren operativen Eingriffe notwendig waren. Bei den Patienten mit der kombinierten Therapie erwies sich die anfängliche Opioid-Therapie (35,4 Prozent) als kostenintensiver; zudem bewirkte sie höhere Dosissteigerungen und chronische Abhängigkeiten. Die beginnende Physiotherapie (64,6 Prozent) benötigte weniger Medikamente und dies hatte geringere Gesamtkosten zur Folge. Aufgrund der Ergebnisse empfehlen die Autoren frühzeitige Physiotherapie nach einer Hüftspiegelung als Therapie für FAI-Patienten.

Quelle: Rhon DI, et al. 2018. Comparison of downstream health care utilization, costs, and long-term opioid use: physical therapist management versus opioid therapy management after arthroscopic hip surgery. Phys. Ther. 98, 5:348–56

Link zum Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29669080

 

Heft 07-2018


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pt_Redaktion

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