EDITORIAL

Mehr Kooperation – mehr Verantwortung...

Anke Zillessen

Die Aufgaben im deutschen Gesundheitswesen sollen neu verteilt werden! Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen sich stärker in die Versorgung einbringen können als bisher. An die Stelle der so genannten »Arztzentrierung« sollen mehr interdisziplinäre Konzepte treten – so die Einschätzung des von der Bundesregierung beauftragten Sachverständigenrats. Was bedeutet das für uns? Lesen Sie dazu den Artikel von Ulrike Steinecke über das aktuelle Gutachten – auf Seite 788.

Mehr Kooperation heißt auch mehr Verantwortung. Dies betrifft alle Beteiligten im Gesundheitswesen: Leistungserbringer, Kostenträger und die Patienten selbst. Die Originalarbeit von Helmut Tiemann und der Transfer von Klaus Starrost thematisieren genau diese Wechselwirkung: Physiotherapie, die die Selbstständigkeit von Patienten unterstützt und damit deren Verantwortung in die Therapie einbezieht, wirkt sich im Gesundheitswesen Kosten senkend aus (S. 748 und 757).

Verantwortung in der Physiotherapie kann auch so aussehen: Die Wissenschaftler unter uns finden durch Forschung heraus, welche Therapieansätze besonders wirksam sind. Und die Praktiker binden diese Forschungsergebnisse in ihren Therapiealltag ein.

Doch ist dies überhaupt umsetzbar? Wo kann Wissenschaft im Praxisalltag Raum finden? Was bringt mir Evidence Based Practice? Georg Supp gibt Antworten auf diese Fragen und hat die Erfahrung gemacht, dass evidenzbasiertes Arbeiten zufriedener macht (S. 805).

Manchmal ist es ganz einfach: Ein sorgsam gefaltetes Handtuch hilft gegen Knitter-Falten im Gesicht und macht »bauchgelagerte« Patienten zufriedener und fröhlicher – unsere Vorher-/Nachher-Fotos auf Seite 836 zeigen dies eindrücklich ...

Wir wünschen Ihnen mit diesem Heft viel Spaß und neue Erkenntnisse,

Ihre



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