Systematischer Review
Kerstin Bauer, Hanno Felder
Zusammenfassung
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Vor dem Hintergrund der Häufigkeit und hohen Kosten depressiver Erkrankungen gewinnen effektive und kostengünstige Behandlungsformen an Bedeutung. Die Sporttherapie als eine mögliche Therapieform erscheint vielversprechend. Es existieren zahlreiche Studien, in denen die Effekte körperlicher Aktivität auf die Stimmung gesunder Probanden untersucht wurden. Im Vergleich dazu wurde nur wenig mit depressiv Erkrankten geforscht. In der vorliegenden Übersichtsarbeit wurde anhand randomisierter kontrollierter Studien die Effektivität von Sporttherapie auf depressive Erkrankungen untersucht. Es wurde eine systematische Literaturrecherche in medizinischen und psychologischen Datenbanken durchgeführt.
Ergebnisse: Die gesichteten Studien mit ausreichender methodischer Validität sprechen für eine klinisch bedeutsame Wirkung des regelmäßigen körperlichen Trainings bei depressiven Erkrankungen bei Erwachsenen. Die Effekte von aerobem Ausdauersport und anaerobem Training in Form von Krafttraining waren vergleichbar. Dabei zeigte sich die Wichtigkeit eines supervidierten Trainings in der Initialphase der Behandlung. Insgesamt konnte eine moderate bis hohe Validität der Studien festgestellt werden. Limitationen stellten jedoch fehlende Intention-to-treat-Analysen, fehlende Blindungen der Untersucher, ein Mangel an verborgenen Randomisierungen, geringe Probandenzahlen sowie die Heterogenität der Arbeiten dar.
Schlussfolgerung: Die Sporttherapie ist ein effektives, wenig aufwändiges Verfahren in der Behandlung depressiver Erkrankungen und sollte fester Bestandteil physiotherapeutischer Behandlungskonzepte werden.
Schlüsselwörter: Sporttherapie, Sport, Trainingstherapie, Depressionen, depressive Erkrankungen, depressive Störungen
Tabelle mit ausführlichen Studiencharakteristika im Internet unter: www.physiotherapeuten.de/pt/studien/bauer_felder
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