Ein systematischer Review über Meta-Analysen der letzten fünf Jahre
Andrea Pfingsten
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Zusammenfassung
Einleitung: Die Ruptur des vorderen Kreuzbandes (ACL, anterior cruciate ligament) ist die häufigste Bandverletzung des Kniegelenks und kann zu schwerwiegenden Folgen führen. Um diese im Rahmen einer Behandlung oder eines Forschungsprojektes manuell zu diagnostizieren, werden geeignete Assessments benötigt. Der vorliegende systematische Review stellt die vorhandene Evidenz des Lachman-Tests als diagnostisches Verfahren zur Feststellung einer ACL-Ruptur dar.
Methode: Der Review berücksichtigt die zwei Meta-Analysen der letzten fünf Jahre, die bei einer systematischen Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed und PEDro zu Vergleichen manueller Testverfahren mit dem Goldstandard ermittelt wurden. Beurteilt wurden die Meta-Analysen mithilfe einer adaptierten QUOROM-Tabelle.
Ergebnisse: Die methodologische Qualität der Meta-Analysen stellt sich als gut heraus, allerdings sind die Resultate der Primärstudien ausgesprochen heterogen und die Güte der Studiendesigns ist häufig mäßig. Dennoch weisen die gepoolten Sensitivitäten von 0,86 und 0,85 und die gepoolten Spezifitäten von 0,91 und 0,94 darauf hin, dass der Lachman-Test im Rahmen einer physiotherapeutischen Untersuchung geeignet ist einen Verdacht auf eine ACL-Ruptur zu bestätigen oder zu widerlegen.
Schlussfolgerung: Somit ist der Lachman-Test hinsichtlich Aussagekraft und Anwendbarkeit anderen Verfahren überlegen und die gepoolten Likelihood Ratios von 10,2 und 0,2 verweisen auf eine hohe klinische Relevanz. Aufgrund der methodischen Schwächen und der Heterogenität der Ergebnisse der Primärstudien besteht jedoch dringender Bedarf an qualitativ hochwertigen Studien.
Schlüsselwörter: Kniegelenk, Lachman-Test, vorderes Kreuzband, Sensitivität, Spezifität
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