PRAXIS_EVIDENZBASIERT

Ambulante Herzgruppe +++ KHK +++ Leitlinien DGPR +++ Stundenaufbau +++ Edukativer Auftrag

Die ambulante Herzgruppe

Überblick und evidenzbasierte Programm-Strukturierung

Petra Pfaffel

Auf einen Blick

Bereits seit Jahrzehnten ist die Bewegungstherapie in einer ambulanten Herzgruppe fester Bestandteil der Rehabilitation bei Herzerkrankungen. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie sich die ambulante Herzgruppe inhaltlich und methodisch zu einer modernen Form der Bewegungs- und Sporttherapie entwickelte, die ihr Programm auf der Grundlage interdisziplinärer Forschungsergebnisse gestaltet und Perspektiven herausbildet.


Ambulante Herzgruppe

Ziel und Nutzen

Die Konzeption der ambulanten Herzgruppe wurde 1974 an der Deutschen Sporthochschule in Köln als Modellprojekt ins Leben gerufen. Seither entwickelten sich stetig die Komponenten der Herzgruppenstruktur im Detail auf der Grundlage weiterführender Forschungsergebnisse.

Abb. 1_Die Herzgruppe: Bewegungsarbeit auf individuellem Belastungsniveau

Die Grundsätze sind geblieben: Die Teilnehmer treffen sich in einer ärztlich betreuten und begleiteten Selbsthilfegruppe ein- bis zweimal pro Woche zum gesundheitsorientierten Sport und zum gegenseitigen Austausch. Die individuell angepasste Belastung ist ein zentraler Schlüsselpunkt bei allen Bewegungsangeboten. Übergeordnetes Ziel ist es, die in der Rehabilitationsklinik angelegte Lebensstiländerung zu mehr Aktivität und zum sensiblen Umgang mit der eigenen Belastbarkeit in den Patientenalltag zu etablieren (Abb. 1).

Berliner KHK-Studie

Die Datenlage zeigt ganz klar, dass die ambulante Herzgruppe die wichtigste Möglichkeit zur regelmäßigen Auffrischung und Hilfe bei der effektiven und dauerhaften Umsetzung der Lebensstiländerung ist (1- 4). Hervorzuheben sind die Ergebnisse der groß angelegten »Berliner KHK-Studie« (5), die 5.374 Patienten umfasst. Sie belegt, dass die Wahrscheinlichkeit innerhalb von drei Jahren nach dem Klinikaufenthalt zu sterben bei den Herzgruppenteilnehmern, denjenigen also, die regelmäßig eine ambulante Herzgruppe besuchen, um durchschnittlich 19 Prozent geringer ist als bei denjenigen, die nicht aktiv sind...

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