Motorisches System +++ Aufmerksamkeit +++ Instruktion +++ Neuronale Reorganisation
Im Gespräch: Karen Zentgraf
Auf einen Blick
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Karen Zentgraf ist promovierte Sportwissenschaftlerin und untersucht derzeit im Rahmen ihrer Forschungsprojekte unter anderem die neuronalen Korrelate mentaler Handlungszustände sowie die Rolle der Aufmerksamkeit beim motorischen Lernen und bei motorischer Kontrolle. Tanja Bossmann sprach mit ihr über die Bedeutung ihrer Studien für die Arbeit am Patienten.
Mehrere Jahre arbeitete Karen Zentgraf am Institut für Sportwissenschaft der Universität Gießen bei Jörn Munzert, Professor für Sportpsychologie und Bewegungswissenschaft. Seit Juli 2009 ist die gebürtige Stuttgarterin als Dozentin für Sportbiologie und Trainingswissenschaft am Institut für Sportwissenschaft der Universität Bern in der Schweiz tätig.
Neurowissenschaftliche Themen stehen im Fokus Ihrer Arbeit. War Ihnen zu Beginn des Studiums schon klar, dass Sie in diesem Bereich forschen wollen?
Mein Karriereweg lässt sich nicht als geradlinig beschreiben: Zunächst habe ich das Medizinstudium in Tübingen aufgenommen und nach dem Physikum ein Parallelstudium Medizin und Sportwissenschaft absolviert. Damals war mir nur klar, dass mich die Schnittstellen dieser Fächer, beispielsweise Sport- und Bewegungstherapie oder leistungsmedizinische Aspekte bei Sportlern und Patienten, besonders faszinieren.
Im Rahmen meiner späteren Forschungstätigkeit habe ich dann realisiert, dass die Neurowissenschaft ein überaus spannendes Feld ist, wenn man interdisziplinär denken möchte. Zudem hatte ich in Gießen ein Umfeld, das diese Art von Forschung überhaupt ermöglicht hat. Motorisch orientierte Forschung hat dort auch unter den Psychologinnen und Psychologen einen hohen Stellenwert. Das hat mir sicherlich sehr geholfen.
Welcher Fragestellung sind Sie in Ihrer Doktorarbeit nachgegangen?
Im Rahmen meiner Dissertation habe ich mithilfe biomechanischer Methoden untersucht, welche Rolle aufmerksamkeitslenkende Instruktionen beim Jonglieren von Bällen haben. Seit mehr als 10 Jahren ist dies ein bedeutendes Thema innerhalb der Sportmotorik. Effektbezogene Instruktionen, beispielsweise beim Golfputten das Treffen des Balles mit dem Schläger, führen häufig zu besseren Leistungen als bewegungsbezogene Instruktionen, wie das Schwingen der Arme beim Putten. Der zugrundeliegende Mechanismus ist aber immer noch in der Diskussion.
In meiner Arbeit stand des halb die Frage im Vordergrund, ob Instruktionen überhaupt das Bewegungsmuster beeinflussen. Es scheint in der Tat so zu sein, dass Anweisungen von außen bei der Bewegungsausführung von hoher Relevanz sein können das hören Physiotherapeutinnen und -therapeuten bestimmt gern.
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