Handlungskompetenz +++ Problemorientiertes Lernen +++ Evidenzbasierte Praxis (EBP) +++ Selbstgesteuertes Lernen
Ein Beitrag zur evidenzbasierten Praxis
Ina-Maria André
Auf einen Blick
Die Qualität von Physiotherapie wird sich zukünftig insbesondere an den Kompetenzen in Richtung evidenzbasierter Praxis schätzen lassen. In diesem Beitrag geht die Autorin der Frage nach, welche Kompetenzen als Beitrag für eine evidenzbasierte Praxis in der Grundausbildung zu entwickeln sind. Anhand eines Beispieles aus der schulischen Unterrichtspraxis stellt sie Ihnen ein Lernarrangement in der Ausbildung vor mit den Folgen für die Lehrenden und Lernenden.
Modellklausel lässt Variationen zu
Die Gestaltung der Grundausbildung in der Physiotherapie hat sich geöffnet. Neben den gesetzlichen Vorgaben werden Variationen didaktischer Aufbereitungen im Sinne handlungsorientierter Lernkonzepte - einschließlich der Modulkonzepte in den akademischen Bildungsgängen - »gehandelt« und durch das Gesetz zur Einführung einer Modellklausel in das Berufsgesetz auch für Physiotherapeuten weiter gefordert.
Befragung von Lernenden
Für die Evaluation des Unterrichtes geben Aussagen von Lernenden in der Physiotherapie kurz vor dem Abschlussexamen bezüglich evidenzbasierter Praxis (EBP) Aufschluss über den Stand der vorhandenen Vorstellungen.
Interessant sind dabei Fragen nach dem Verständnis der Definitionen von EBP, Fragen über die Bedeutung von EBP für die eigene bisherige Therapiepraxis und die Einschätzungen, ob das in der Ausbildung Gelernte auf dem aktuellen Stand ist.
Besteht eine Kooperation mit einer Fachhochschule, ist auch die Bedeutung der EBP bei den studierenden und den nicht-studierenden PhysiotherapieschülerInnen zu ergründen.
Die Antworten können jeder Lehr- und Lernstätte Anlass geben, sich über die bisherige Kompetenzentwicklung zur EBP Gedanken zu machen und Lernkonzepte kreativ zu überdenken.
Der Herausforderung, dem Anspruch der Lernenden auf eine moderne Ausbildung gerecht zu werden, kann man mit problemorientierten Lernarrangements begegnen. Diese Form des Lernens eignet sich besonders zur Entwicklung von Kompetenzen in Richtung EBP.
Interdisziplinäre Fallkonstruktion
Dieses Beispiel ist als eine interdisziplinäre Fallkonstruktion aus der Neurologie und Inneren Medizin angelegt und kann in einem fortgeschrittenen Semester bearbeitet werden. Das Lernsetting ist dabei im Sinne des problemorientierten Lernens (1) gestaltet. Der Arbeits- und Lernprozess wird von drei Tutoren begleitet, die je nach Bearbeitungsphase anwesend sind.
Durch eine Binnendifferenzierung des Falles nach zeitlichen Stadien erfolgt die Bearbeitung in drei Gruppen. Die detaillierte Falldarstellung finden Interessierte im Internet (siehe Zusatzservice).
Fünf Schritte
Dieses interdisziplinäre Lernarrangement macht die Schritte in Richtung EBP für die Lernenden deutlich. Die Darstellung folgt dem Modell von Sackett ...
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