Idiopathisches Parkinsonsyndrom +++ Verlaufsmodifikation +++ Ausdauersport +++ Freizeitaktivität
Senkt körperliche Freizeitaktivität das individuelle Erkrankungsrisiko für Parkinson und modifiziert Physiotherapie den Krankheitsverlauf?
Frauke E. Schroeteler
Auf einen Blick
Freizeitaktivitäten im Vorfeld von Parkinson scheinen das individuelle Erkrankungsrisiko zu mindern. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Physiotherapie in frühen Krankheitsstadien durch aktive, evidenzbasierte Therapieverfahren motorische Leistungen optimiert und in fortgeschrittenen Krankheitsstadien die motorische Selbstständigkeit verlängert.
Veränderter Fokus
Neben neuroprotektiven Effekten auf molekularer Ebene werden verlaufsmodulierende Wirkungen bei einem idiopathischen Parkinsonsyndrom auch bei intensivem, körperlichem Ausdauertraining postuliert (1). Neuroprotektion definiert sich in diesem Zusammenhang als Konsequenz jeder Intervention, welche die darunterliegende Ätiologie günstig beeinflusst und dadurch eine Erkrankung oder eine Verschlechterung der klinischen Symptomatik verhindert.
Der Fokus der therapeutischen Ansätze verschiebt sich so von Neuronen, die bereits zerstört sind, auf Neuronen, die noch überlebt haben (2). Regelmäßiges Training von Ausdauersportarten und parkinsonspezifische Therapieansätze im Verlauf der Erkrankung werden dabei als Voraussetzungen gesehen, um Funktionen längerfristig zu erhalten (3, 4).
Freizeitaktivität und Erkrankungsrisiko
Zwei epidemiologische Studien (5, 6) begleiteten über neun beziehungsweise zwölf Jahre jeweils mehr als hunderttausend Probanden mit unterschiedlichen sportlichen Betätigungen. Den Ausdauersportarten wurden, je nach körperlicher Anforderung, Punktwerte zugeteilt. Aus dem Ergebnis des jeweiligen Punktwertes und der wöchentlich ausgeübten Stundenanzahl ergab sich eine meta- ...
Abb. 1_Abb.1_Intensives Ausüben von Ausdauersportarten senkt bei Erreichen eines spezifischen Schwellenwertes das individuelle Erkrankungsrisiko um 40%. Der Schwellenwert errechnet sich hierbei aus dem Produkt der wöchentlichen Anzahl von Übungsstunden und dem metabolischem Grundwert der jeweiligen Sportart (6)
Grafik: Frauke E. Schroeteler, gestaltet nach Thacker et al. 2008
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