PRAXIS_FALLBERICHT

Komplementärmedizin +++ Reflexzonensomatopie +++ Tetraspastik +++ Vegetatives Nervensystem

Fußreflexzonentherapie nach Hanne Marquardt

Ein Therapieansatz bei schwerstmehrfachbehinderten Kindern

Dana Loudovici

Auf einen Blick

Inspiriert von der Fortbildung zum Thema Reflexzonentherapie am Fuß nach Hanne Marquardt (RZF) thematisierte Dana Loudovici diese Methode im Zuge ihrer Bachelorarbeit. Sie lesen hier über den Pretest, den die Autorin mit zwei schwerstmehrfachbehinderten Kindern des St. Antoniushauses in Kiel durchführte. Die Ergebnisse zeigen einen positiven Trend.


Methode

Breites Anwendungsgebiet
Die Fußreflexzonenmassage ist bereits lange bekannt und wird häufig zur Entspannung und unter Wellnessaspekten angeboten. Jedoch steckt hinter der Reflexzonentherapie am Fuß (RZF) nach Hanne Marquardt ein therapeutischer Ansatz, der durchaus heilendes Potenzial besitzt. Die RZF ist eine sanfte Anwendung, die einerseits als kuratives und andererseits als hilfsdiagnostisches Mittel eingesetzt werden kann.
Im Rahmen meiner Bachelorarbeit zeige ich, dass die RZF die Möglichkeit bietet, schwerstmehrfachbehinderte Kinder in der physiotherapeutischen Behandlung zu unterstützen, zu fördern, zu fordern und bestehende Beschwerden zu lindern (1). »Kinder mit ihren vielfältigen Erkrankungen sprechen besonders gut auf die Fußbehandlung an« (2).

Mögliche Effekte
Die RZF ist eine ganzheitliche Methode, die relativ einfach und unkompliziert durchzuführen ist. Durch Berührung können die Kinder ihre Füße besser als Teil des eigenen Körpers wahrnehmen, was sich möglicherweise ebenfalls positiv auf die Entwicklung auswirkt. Der Gesundheitszustand der Kinder verbessert sich, die Schmerzen reduzieren sich und Blockaden werden gelöst. Im Speziellen können die Verdauung angeregt, das ...

ZUR BACHELORARBEIT

Welches Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten und in der lebenslangen Begleitung bietet sich für schwerstmehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche? Kenner wissen: Es sind die ganz kleinen Aspekte der Erleichterung des Lebens aller Beteiligten – der Betroffenen selbst und der Angehörigen und Pflegenden. Es geht um die elementare vegetative Regulierung des Stoffwechsels oder der Verdauung, des Schlaf- und Wachrhythmus und die Förderung des allgemeinen Wohlbefindens. Diese Aspekte zu verbessern (bzw. zu erhalten) sind bedeutende therapeutische Ziele. Frau Loudovici hat sich der Idee verschrieben, die RZF nach Marquardt für eine Gruppe von PatientInnen/KlientInnen nutzbar zu machen. Für eine Bachelorarbeit folgte sie dabei einem hohen Anspruch. Die Bearbeitungszeit der Bachelorarbeit von 10 Wochen lässt i.d.R. keine empirische Erhebung (Anwendung der RZF über einen Zeitraum) zu. Zudem bedarf es – wie die Arbeit zeigt – auch adaptierter Bewertungsinstrumente für eine Vorher-Nachher-Beurteilung. Hier ist wirklicher Forschergeist gefragt.
Heidi Höppner
Professorin für Physiotherapie an der FH Kiel



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