PRAXIS_MANAGEMENT

ENWHP +++ Gesundheitsbericht +++ Kennzahlen +++ Ressourcen im Betrieb

Gesundheitsförderung durch Krankheitsprävention im Betrieb?

Ressourcen- und krankheitsorientierte Kennzahlen im Unternehmen

Franziska Bittner

Auf einen Blick

Der Artikel geht der Frage nach, ob in Betrieben vor Ort tatsächlich Gesundheitsförderung betrieben wird oder ob es sich nicht überwiegend um die Prävention von Krankheiten und Unfällen durch die Reduktion von Risikofaktoren handelt. Franziska Bittner recherchierte für Sie.

Akteure in der betrieblichen Gesundheitsförderung

Krankenkassen sind wichtigste BGF-Träger in Deutschland
Die wichtigsten organisatorischen Träger in der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) stellen in Deutschland die Krankenkassen dar (1). Den Auftakt hierfür bildete die Verankerung der BGF im SGB V ab dem 1. 1. 1989. Seitdem wurde der Abschnitt mehrfach modifiziert. In der aktuellen Fassung vom 30. 7. 2009 verabschiedete der Gesetzgeber für den Bereich der BGF im § 20a SGB V Folgendes:
»Die Krankenkassen erbringen Leistungen zur Gesundheitsförderung in Betrieben (betriebliche Gesundheitsförderung), um unter Beteiligung der Versicherten und der Verantwortlichen für den Betrieb die gesundheitliche Situation einschließlich ihrer Risiken und Potenziale zu erheben und Vorschläge zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation sowie zur Stärkung der gesundheitlichen Ressourcen und Fähigkeiten zu entwickeln und deren Umsetzung zu unterstützen.« (§ 20a, 1 SGB V).
Im Sinne des Europäischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung (ENWHP) müssen hierfür in der BGF alle Maßnahmen und Programme systematisch umgesetzt werden. Einen wichtigen Stellenwert nehmen hierbei Bedarfsanalysen ein, auf deren Grundlage erforderliche BGF-Interventionen geplant, ausgeführt, kontrolliert und ausgewertet werden können.

Gesundheitsberichte der Krankenkassen
In der Praxis erstellen die Krankenkassen daher unter anderem betriebliche Gesundheitsberichte, die nach eigenen Angaben »Auskunft über den Gesundheitszustand der Belegschaft und Belastungsschwerpunkte im Unternehmen« (2) geben sollen. Hierfür werden in der Regel zwei Kennzahlen erhoben: die Anzahl der Arbeitsunfälle und die der krankheitsbedingten Fehltage (3).
Die Belegschaften von Unternehmen gelten für Krankenkassen offenbar dann als »gesund«, wenn Fehltage, die durch Krankheiten und Arbeitsunfälle entstehen, möglichst wenig vorkommen. Ergonomische Arbeitsplatzanalysen, Rückkehr- und Fehlzeitengespräche, arbeitsplatzbezogene Gelenk- und Herz-Kreislauf-Trainings, Rückenschulkurse und viele andere Interventionen zählen häufig zur Folge. Nach diesem pathogenetischen Verständnis wird Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit verstanden und dementsprechend in Betrieben erzielt, wenn Krankheiten und Arbeitsunfälle verhindert oder abgewendet werden.

Krankheitsvorbeugung und Gesundheitsförderung
Krankheitsprävention setzt Kenntnisse über die Entwicklungs- und Verlaufsstadien sowie die jeweiligen Risikofaktoren des individuellen und kollektiven Krankheitsgeschehens voraus. Aus diesen Kenntnissen heraus können ...


weiter ... (für pt_Abonnenten)

Sie haben noch kein _Abonnement?
Profitieren Sie von dem umfangreichen Angebot für _Abonnenten!

Bestellinformationen


Zurück zum Inhaltsverzeichnis 02/2010

 © Pflaum Verlag www.physiotherapeuten.de