Asperger-Syndrom +++ Einzelfallanalyse +++ Psychomotorik +++ Körperkoordinationstest für Kinder
Planung einer Einzelfallanalyse mit einem Kind mit Asperger-Syndrom
Tanja Bossmann
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Auf einen Blick
Gudrun Holl gewann mit ihrer innovativen Bachelorarbeit den ZVK-Studienpreis 2009. Ihre Forschungsergebnisse, die Sie ab Seite 6 nachlesen können, zeigen, dass Physiotherapeuten hier wahrscheinlich ein neues Handlungsfeld haben! Nun müssten weitere wissenschaftliche Arbeiten folgen, um die Wirksamkeit verschiedener Ansätze zu untersuchen. Einzelfallanalysen wären hier eine erste Möglichkeit. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie das aussehen könnte.
Was wissen wir bisher?
Bevor Gudrun Holl sich dem Thema widmete, war eigentlich nur klar, dass Physiotherapie bei der Behandlung des Asperger-Syndroms so gut wie keine Rolle spielt und wenn überhaupt nur beiläufig Erwähnung findet. Die Forschungsarbeit gibt uns nun eine theoretische Grundlage, welche physiotherapeutischen Konzepte sich für die multimodale Behandlung von Kindern mit Asperger-Syndrom potenziell eignen wie Gudrun Holl herleitete, sind dies Vojta, Affolter und Psychomotorik.
Der Fall Charly
Für die Studienplanung müssen wir uns aber auch den Patienten genau ansehen. Charly ist ein 11-jähriger Junge, bei dem die Diagnose Asperger-Syndrom erst spät erkannt wurde. Obwohl die Verhaltensauffälligkeiten im Vordergrund stehen, weist Charly auch motorische und sensorische Defizite auf, die mithilfe von Physiotherapie behandelbar wären. Gudrun Holl zeigte, dass eine psychomotorische Behandlung für den 11-jährigen Jungen adäquat sein könnte, da motorische, psychische und soziale Komponenten bei dieser Interventionsform eine Einheit bilden.
Experimentelle Einzelfallanalysen
Im Gegensatz zu Fallberichten besitzen Einzelfallanalysen einen experimentellen Charakter und sind prospektiv angelegt. Bei solchen Studien wechseln Baseline-Phasen (A) und Interventionsphasen (B) ab. Währende der Baseline-Phase erhält der Patient entweder keine Behandlung oder eine Standardtherapie.
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Abb. 1
Förderangebote sollten individuelle Befunde berücksichtigen und können aus den Komponenten Körper-, Material-, Sinnes-, Raum- und Sozialerfahrung sowie Grob- und Feinmotorik bestehen
Fotos: Antje-Catrin Loose
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