LEHRE_WISSEN

Wundheilung +++ Geigensaitenphänomen +++ Katecholaminphase +++ Entzündungsmediatoren

Physiologie der Heilung

Umsetzung theoretischer Grundlagen in die Praxis, Teil 1

Oliver Gültig, Joachim Winter

Abb. 1_Einbezogene Institutionen zur Erfassung des Geigensaitenphänomens

Auf einen Blick

Verstehen Sie die komplexen und differenziert zu betrachtenden Vorgänge im Prozess einer Wundheilung? Dieser Beitrag fördert Ihr Verständnis und lehrt Sie, kritisch mit den derzeitigen praktizierten standardisierten klinischen und schulischen Mobilisationsvorgaben umzugehen. Das vermittelt Ihnen fall- und strukturspezifische Handlungskompetenz in Ihrer täglichen Praxis zum Vorteil Ihrer Patienten.


Berücksichtigung biologischer Heilungsprozesse

Es gibt weder biologisch begründbare Abläufe noch naturwissenschaftliche Belege dafür, eine frühe Mobilisation von traumatisierten Gewebestrukturen zu befürworten. Hingegen werden durch Untersuchungen - auch neueren Datums - die Häufigkeit von Komplikationen in Relation zur Frühmobilisation gebracht.

Vorteile einer frühen Mobilisation sind nicht nachweisbar, speziell die Gefahr der allgemein befürchteten Hypomobilität ist durch verschiedene wissenschaftliche Arbeiten widerlegt worden.

Standardisierte Vorgaben über den Umgang mit traumatisierten Bereichen sind nicht zu vertreten. Die Vorgehensweise, in welchem Umfang ein verletzter Bereich mobilisiert werden darf, unterliegt einzig dem Zustand der verletzten Struktur, der Heilungsphase und der individuellen Patientensituation. Das therapeutische Vorgehen ist prinzipiell den biologischen Gesetzen der Heilung unterworfen.

Es muss gegen die allgemein bestehende Tendenz in der Traumatologie und in der Nachbehandlung operativer Eingriffe den biologisch-physiologischen Gegebenheiten aus ökonomischen Gründen entschieden Rechnung getragen werden.

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