LEHRE_FORT- & WEITERBILDUNG

Japanische Bewegungstherapie +++ Methode der Rückwärtsbewegungen +++ Orthosympathische Modulierung

Sotaiho

Moderne japanische Bewegungstherapie

Heiko Schulze

Auf einen Blick

Sotaiho ist eine manualmedizinische Methode, die der Neurophysiologe Dr. Hashimoto (1897 – 1993) aus Japan basierend auf traditionellen orientalischen Heilkünsten entwickelte. Durch die Verbindung bestimmter Bewegungsabläufe mit der Atmung lösen sich Spannungsmuster in der Muskulatur; eine neuromuskuläre Neustrukturierung wird angeregt. In diesem Beitrag informiert Sie der Autor über diese spezielle Behandlungsform, die auch in Europa immer mehr Beachtung findet.


Geschichtlicher Hintergrund

Als Dr. Hashimoto in den 1930er Jahren mit seiner praktischen Tätigkeit als Arzt anfing, musste er feststellen, dass die erlernten Methoden zum Teil nur unbefriedigende Resultate brachten. Vor allem Schmerzprobleme am Bewegungsapparat entzogen sich seinem Können.

Als Hashimoto sich intensiver mit alternativen Methoden zu beschäftigen begann, stieß er auf die von Michio Takahashi (Begründer des Seitai Jutsu) in den 20er Jahren entdeckte Methode der Rückwärtsbewegungen.

Er fand heraus, dass sich ein problematischer Zustand umkehren lässt, indem man eine Bewegung, ausgehend vom Schmerzpunkt, in die freie Richtung ausführt. Dadurch kann die Spannung im Muskel normalisiert werden. Mithilfe einer isometrischen Kontraktion und der darauf folgenden plötzlichen Entspannung wird der »strain« (siehe Glossar) gelöst und die Muskelproteine werden neu ausgerichtet. Dadurch verändert sich der neurophysiologische Input im Segment und der orthosympathische Tonus sinkt. Jetzt können die betroffenen Strukturen ihre physiologische Arbeitsweise wieder aufnehmen.

Ursache körperlicher Gebrechen

Die Konstruktion des menschlichen Körpers ähnelt im Prinzip der eines Hauses (Abb. 1). Die vier Grundpfeiler entsprechen unseren Armen und Beinen, der First unserer Wirbelsäule. Wenn die Balance einer dieser Grundpfeiler gestört wird, macht sich das als Funktionsstörung im Rückgrat bemerkbar.

Die Ursache für die Störung des Grundpfeilers liegt oftmals an den ständigen Wiederholungen eines habituierten Bewegungsmusters. Wenn eine Bewegung einmal »falsch« ausgeführt wird, kann der Körper das zwar kompensieren, zehntausendmaliges Wiederholen des Musters hat jedoch tief greifende Konsequenzen zur Folge. Über Jahre hinweg eingeschlichene Muster können schließlich den Pfeiler zum Kollabieren bringen und das System empfindlich stören.

Beim Menschen wird das Gewicht im Idealfall über den Großzehballen verlagert. Von hier richtet sich der Körper mithilfe der Stellreaktionen (siehe Glossar) auf (1). Die Kraft kann sich im Unterbauch sammeln. Doch wenn der Körper ermüdet, wird das Gewicht nach außen, in Richtung der Kleinzehenseite, verlagert. Beim normalen Gehen neigt sich die Wirbelsäule immer zur Spielbeinseite. Wird das Gewicht jedoch auf die Außenseite der Füße verlagert, kann die Kraft nicht mehr im Unterbauch zentriert werden. Folglich knickt die Wirbelsäule zum Standbein hin ein (Abb. 2).

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