Wirbelsäulen-Fitness-Check +++ Fitnesskategorien +++ Befunderhebung +++ Projektauswertung
Im Gespräch: Heidi Walz
Auf einen Blick
In ihrer Abschlussarbeit des Bachelorstudienganges Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt »Gesundheitsförderung« an der Universität Tübingen beschäftigte sich die Physiotherapeutin Heidi Walz mit dem Wirbelsäulen-Fitness-Check (WFC) und testete fast 200 Personen mit diesem Instrument. Tanja Bossmann unterhielt sich mit ihr über die Studienergebnisse ihrer Bachelorarbeit.
Frau Walz, der WFC - was ist das für ein spezielles Verfahren?
Es ist ja bekannt, dass neben Risikofaktoren wie genetische, psychische und mechanische Belastungen auch eine unzureichende körperliche Fitness zur Entstehung von Rückenschmerzen beitragen kann. Physiotherapeuten sollten Fitnessdefizite also schnell erkennen und durch spezifische Übungen ausgleichen können. Der Wirbelsäulen-Fitness-Check (WFC, siehe Glossar) ist hierfür ein spezielles Instrument und besteht aus insgesamt 45 Tests und Übungen zu den Fitnesskategorien Haltung, Entspannung, Bewegung, Koordination, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer. Der WFC kann Therapeuten also bei der Befunderhebung, Therapie und Erstellung eines individuellen Übungsprogrammes für ihre Patienten unterstützen. Das testbasierte Verfahren des WFC soll zeigen, welche Übungen für den einzelnen Teilnehmer geeignet sind und welche nicht.
Die meisten Tests und Übungen des WFC sind natürlich bekannte Methoden aus der Physiotherapie. Neu daran ist, dass diese mit einer Fragestellung versehen werden und die Antwort den Anwender darüber informiert, ob, wie lange und wie oft die entsprechende Übung sinnvoll ist. Die Patienten haben die Aufgabe den jeweiligen Test zu bestehen, aber natürlich nur soweit dies ohne Beschwerden möglich ist.
Wie sind Sie bei Ihrer Untersuchung vorgegangen?
Ich habe für meine Arbeit die WFC-Ergebnisse von 130 Frauen und 69 Männern ausgewertet sowie ihre Angaben zu Schmerzen und Funktion dokumentiert. Personen mit irreversiblen Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule wie M. Bechterew oder nach operativer Versteifung wurden jedoch ausgeschlossen. Meine Probanden waren Physiotherapeuten, Übungsleiter, Kunden einer Physiotherapiepraxis und Studenten der Zahnmedizin. Der Altersdurchschnitt lag bei 41 Jahren. Im Anschluss an den WFC bekamen die Teilnehmer eine grafische Darstellung ihrer Testergebnisse sowie eine Liste, aus der ersichtlich wurde, welche der insgesamt 45 Übungen sie weiter trainieren sollten.
Schildern Sie unseren LeserInnen ein paar wichtige Ergebnisse?
Interessant war zum Beispiel, dass die Kraftkurve der Männer in meiner Untersuchung zunächst anstieg und dann in der Altersgruppe 50 bis 59 wieder abfiel. Bei den Frauen hingegen stiegen die ...
Abb. 1_Grafische Auswertung des WFC für einen Teilnehmer
Screenshot: Heidi Walz
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