Ergebnisse einer 5-Jahres-Längsschnittstudie von alltagsaktiven und trainierenden Personen 50+
Helmar Biering, Arno Zeuner, Wolfgang Karl
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Zusammenfassung
Einleitung_Das körperliche Leistungsniveau ist eine Basis für die Alltagsbewältigung auch im Alter. Längsschnittuntersuchungen dazu gibt es nur in begrenztem Maße.
Methoden_Sportmotorische Tests erfassen in einem 5-Jahres-Zeitraum den Entwicklungsverlauf ausgewählter körperlicher Fähigkeiten mit 86 bewegungsaktiven Probanden im Alter von 50-80 Jahren mit regelmäßigem Fitnesstraining (mindestens 3 Stunden pro Woche) bzw. nur spontanen Fitnessaktivitäten (maximal 1 Stunde pro Woche).
Ergebnisse_Es ist eine Stagnation, teilweise eine Verbesserung der physischen Leistungsfähigkeit mit begrenzten Vorteilen für regelmäßig Trainierende festzustellen.
Schlussfolgerung_Das Beibehalten eines bewegungsreichen Lebensstils verhindert für mehrere Jahre den Rückgang des physischen Fähigkeitsniveaus.
Schlüsselwörter_Körperliche Leistungsfähigkeit, körperliche Aktivität, Alterssport, Gesundheitssport
In diesem Beitrag werden Ergebnisse einer 5-Jahres-Längsschnittstudie zum Entwicklungsverlauf ausgewählter körperlicher Fähigkeiten mit 86 bewegungsaktiven Probanden im Alter von 50-80 Jahren mit regelmäßigem Fitnesstraining (mindestens 3 Stunden pro Woche) bzw. nur spontanen Fitnessaktivitäten (maximal 1 Stunde pro Woche) vorgestellt.
Problem- und Zielstellung
Regressive Tendenzen in der körperlichen Leistungsfähigkeit treten bereits ab dem 30. Lebensjahr auf. Sie verstärken sich mit zunehmendem Alter und sind für alle Komponenten der Leistungsfähigkeit nachweisbar.
Allerdings basieren diese Erkenntnisse vor allem auf Querschnittuntersuchungen. Tittlbach (1) ermittelte in einer der wenigen Längsschnittstudien bei 38- bis 61-jährigen Nichtsportlern, meist auch bei Sportlern (Letztere übten eine Stunde pro Woche) gleichfalls Leistungsverluste in den ersten fünf Jahren. Hierbei konnten jedoch nur sehr begrenzt konkrete Aussagen zur praktizierten allgemein körperlichen sowie sportlichen Aktivität getroffen werden. Hinsichtlich sportlicher Aktivitäten erfolgte das unseres Wissens lediglich bei Längsschnittuntersuchungen von (ehemaligen) Leistungssportlern (2, 3).
Ziel dieser Arbeit ist es, Auswirkungen eines regelmäßig durchgeführten, zwei- bis dreimaligen wöchentlichen Fitnesstrainings mit einer Gesamttrainingsdauer von mindestens drei Stunden sowie bewegungsreicher Alltagsaktivitäten mit teilweise regelmäßigen und spontanen Fitnessaktivitäten bis zu einer Stunde pro Woche auf die Entwicklung ausgewählter Leistungsparameter bei Älteren 50+ über einen Zeitraum von fünf Jahren darzustellen, wobei der Gesamtumfang körperlich-sportlicher Aktivitäten unserer Probanden zur Verfügung stand (4).
Die Längsschnittstudie wurde 2003/ 2004-2009 in Penig und Zwickau (Sachsen) durchgeführt.
Probanden
Alle einbezogenen Probanden waren primär behinderungs- und krankheitsfrei. Es wurden acht Gruppen (alters-, belastungs- und geschlechtsspezifisch) gebildet (Abb. 1).
Es gibt Trainierende und Bewegungsaktive unter den Probanden. Die Trainierenden nahmen wöchentlich mindestens zwei Mal für 90 Minuten oder drei Mal für 60 Minuten an einem Training mit Belastungsintensitäten von »moderat« bis »anstrengend« teil. 87 Prozent von ihnen sind Mitglied im Cardio-Fitnessstudio Zwickau unter Leitung von Wolfgang Karl.
Die Bewegungsaktiven bilden eine heterogene, generell alltagsaktive Gruppe. 26 Prozent nehmen ganzjährig regelmäßig an einem einstündigen Fitnesskurs pro Woche teil. Über die Hälfte (52%) betreibt regelmäßig ca. eine Stunde selbstständig Fitness und beteiligt sich auch an zeitlich begrenzten Gesundheits- und Präventionskursen. Im Wesentlichen »nur« bewegungsaktiv im Alltag (Spaziergänge, Gartenarbeiten oder Radfahren) sind 22 Prozent der Bewegungsaktiven.
Von den Probanden verfügen 50 Prozent über einen Fach- oder Hochschulabschluss und 37 Prozent hatten bzw. haben in ihrem Beruf eine überwiegend sitzende Tätigkeit. 40 Prozent von ihnen waren in den letzten zwei Jahrzehnten bzw. vor Eintritt in den Ruhestand gesundheitssportlich aktiv. Vor allem bis zum 20. Lebensjahr waren 47 Prozent in einer Sportgemeinschaft, davon 13 Prozent wettkampfsportlich aktiv, meist auf unterer Ebene.
Erfassungsmethoden
Die Tests wurden jährlich jeweils im März, zu etwa den gleichen Tageszeiten, in denselben Räumlichkeiten und mit denselben Materialien, von denselben Prüfern sowie nach einer genormten Erwärmung von ca. 80 Sek. absolviert. Die Tests müssen auch leistungsschwächeren Probanden in hohem Alter zumutbar sein. Es wurden die folgenden Tests durchgeführt: ...
Abb. 1_Gruppenstruktur der Probanden
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