WISSENSCHAFT_HAUTNAH

Graduiertenkolleg +++ Charité Berlin +++ Ressourcenkonzept +++ Stationäre Pflegeeinrichtungen

Promovieren in einem interdisziplinären Kolleg

Im Gespräch: Sonja Kalinowski

Auf einen Blick

Die Physiotherapeutin und Diplom-Sportwissenschaftlerin ist seit 2008 Stipendiatin der Marseille-Kliniken AG und Doktorandin im Graduiertenkolleg »Multimorbidität im Alter« an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die Ausschreibung entdeckte sie in pt_Zeitschrift für Physiotherapeuten. Lesen Sie das Interview, das Heidi Höppner, Professorin an der Fachhochschule Kiel, mit Sonja Kalinowski zu ihrem beruflichen Werdegang, ihrem Promotionsprojekt, ihren Erfahrungen im Kolleg und ihren beruflichen Plänen führte.


Wie kam es dazu, dass Sie heute wissenschaftlich arbeiten?
Nach der Ausbildung hatte ich bereits Interesse an einem Studium der Physiotherapie, wollte aber zunächst praktische Berufserfahrung sammeln. 2000 recherchierte ich konkret nach Studiengängen für Physiotherapie in Deutschland, doch waren die Möglichkeiten damals sehr eingeschränkt. Zudem erschienen mir die beruflichen Perspektiven nach einem Studienabschluss der Physiotherapie damals nicht wesentlich vorteilhafter also ohne Studium.
Am Studium der Sportwissenschaft reizte mich, dass ich dort den Schwerpunkt Management studieren konnte, was mit meinem damaligen Ziel einer leitenden Tätigkeit in unterschiedlichen Bereichen der Gesundheitsversorgung einherging. Außerdem sah ich hier eine »Marktlücke«, da leitende Physiotherapeuten damals meist ohne speziell erlernte Kenntnisse der Betriebsführung in Leitungsfunktionen eingesetzt wurden; die Promotion hatte ich mir für einen späteren Zeitpunkt vorgenommen.

Über welches Thema promovieren Sie?
Ich bearbeite: »Die Entwicklung eines Ressourcenkonzeptes zur Bewegungs- und Autonomieförderung von Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen – Implikationen für die Praxis«.

Was macht für Sie die Arbeit im Kolleg aus?
Zentral ist das interdisziplinäre Arbeiten mit den anderen KollegiatInnen und WissenschaftlerInnen, aber auch die Anbindung des Kollegs an den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Berliner Verbund »Autonomie trotz Multimorbidität im Alter« (AMA) sowie die aktive Mitarbeit in einem der sieben Forschungsprojekte. Dadurch ergibt sich eine enge Zusammenarbeit mit WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Fachrichtungen und Forschungseinrichtungen - über alle Hierarchieebenen hinweg. Auch die aktive Teilnahme an projektübergreifenden und interdisziplinären, themenbezogenen Arbeitsgemeinschaften gehört dazu.
Hieraus ergibt sich eine wechselseitige Perspektivenerweiterung, was das eigene Projekt- und Forschungsdesign voranbringt. Den Verlauf unserer Arbeiten präsentieren wir kontinuierlich – auch auf Kongressen und Tagungen. Eine Wissenserweiterung ergibt sich auch durch die verschiedenen Lehrveranstaltungen im Kolleg; zum Beispiel Methodenlehre, Wissenschaftsenglisch und frei wählbare externe Veranstaltungen. Besuche von Fort- und Weiterbildungen sind ebenfalls möglich. ...


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