LEHRE_STUDIUM

Habilitationsverfahren +++ Profession +++ Jan Mehrholz +++ Ausbildungsintegriertes Studium

Physiotherapie in Profession

Erfolgreiches Habilitationsverfahren von Jan Mehrholz

Dagmar Kolarzik

Auf einen Blick

Jan Mehrholz ist einer der ersten deutschen Physiotherapeuten, die promovierten und sich ebenfalls einem Habilitationsverfahren unterzogen haben. Matthias Strathmann unterhielt sich mit ihm. Lesen Sie, was sich für Jan Mehrholz mit der Professur ändert und auf was man bei der Studienwahl beachten sollte.


Herr Professor Mehrholz, Sie sind einer der ersten deutschen Physiotherapeuten, die das Habilitationsverfahren abgeschlossen haben. Was bedeutet dieser Erfolg für Sie persönlich?

Es bedeutet mir sehr viel, das erreicht zu haben. Erst langsam begreife ich die Anstrengungen in der letzten Zeit, den erfolgreichen Abschluss, einen höheren akademischen Grad gibt es nicht. Ein großes Dankeschön an meine Familie, dass sie mich in den letzten drei Jahren ausgehalten hat. Auch habe ich mich bei meinen zahlreichen Unterstützern zu bedanken. Man sagt nicht umsonst »man promoviert, aber man wird habilitiert«.

Im tiefsten Inneren sind Sie ja – denke ich – noch immer Physiotherapeut. Welche Aufgaben werden Sie jetzt als Professor bewältigen?

Ja, ich weiß natürlich, wo meine Wurzeln sind. An der TU Dresden werde ich mehrere Forschungsprojekte – unter anderem eine Reihe an Cochrane Reviews – fortführen. Dabei verbinde ich in bewährter Weise die Therapiewissenschaften, klinische Epidemiologie und Gesundheitswissenschaften/Public Health. Es stehen außerdem relativ bekannte, aber für mich angenehme Aufgaben in der Lehre und der Doktorandenbetreuung an. Ich habe mich allerdings bereits vor meiner Promotion an der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden als DIPOL-Tutor in den Modulen Evidenz basierte Medizin, Präventions- und Versorgungsforschung sowie im Studiengang Public Health in der Betreuung von Doktoranden engagiert. Als Habilitierter verpflichte ich mich – im gewissen Umfang – auch weiterhin an der TU zu lehren, im Übrigen unvergütet. Daher auch der Name Privatdozent. Es ist jedoch nicht allein der Titel, sondern die geknüpften Kontakte aus meiner Habilitationszeit und eine Reihe neuer Projekte und Ziele.

Wo sehen Sie die Physiotherapie in den nächsten 10 Jahren? Oft haben Therapeuten Angst, dass die PT aus dem Programm der Krankenkassen verschwindet.

Die Physiotherapie steht vor gewaltigen Herausforderungen. Ich sehe gar nicht so sehr eine Begrenzung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss, sondern vielmehr die vielen staatlich zugelassenen Absolventen. Angebot und Nachfrage kommen dadurch eventuell in ein Ungleichgewicht. Mit einem Überangebot an Therapeuten wird sich sicherlich zukünftig kaum ein besserer Arbeitsvertrag aushandeln lassen, frei nach dem Motto: jeder ist ersetzbar. Das ist auch heute schon erlebbar.
Eine weitere große Herausforderung ist m. E. die zunehmende Akademisierung der Physiotherapie. Oft werde ich von Geschäftsführern oder von leitenden Angestellten gefragt, wofür man akademisch ausgebildete Physiotherapeuten eigentlich benötige. Die oftmals ...


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