PRAXIS_FALLBERICHT

Entwicklungstheorien +++ Grenzstein Sitzen +++ Pikler +++ Vojta +++ Fallbeispiele +++ Bewegungsverhalten

Muss Sitzen geübt werden?

Vergleich zwischen einem Sitzkind und einem sich frei entwickelnden Säugling

Barbara Zukunft-Huber

Auf einen Blick

Sie kennen sicherlich Kinder, die schon mit sechs Monaten sitzen, dies mit neun Monaten perfekt können, sich aber auf dem Boden nicht drehen oder vorwärts robben. Genauso gibt es aber auch Kinder, die sich drehen und robben, aber noch nicht sitzen und deshalb zur Therapie geschickt werden. In den letzten Jahren wird als Grenzstein für das Erreichen des Sitzens sechs bis spätestens neun Monaten angegeben. An zwei Kindern zeigt Ihnen die Autorin, dass diese Beurteilung bei der Entscheidung für eine therapeutische Intervention nicht als Maßstab dienen sollte.


Entwicklung des Säuglings

Entwicklungstheorien

In den letzten Jahren wurden zur Entwicklung und Entwicklungsbeurteilung zwei Theorien diskutiert (1-3). Das erste Entwicklungsmodell basiert seit Gesell auf der Ontogenese und wird als genetisch verankert angesehen – das haben sowohl Pikler (4) als auch Vojta (5, 6) beschrieben. Das zweite Entwicklungsmodell ist in der Organisation der neurobiologischen und neurologischen Basisstrukturen zu sehen, wobei die verschiedenen Entwicklungsabläufe adaptiv und individuell auf Umweltbedingungen, in denen das Kind aufwächst, reagieren. So wird beispielsweise das Po-Rutschen (Shuffeln) als genetisch verankert angesehen, das Krabbeln jedoch ausgelassen (1-3).

Therapeutische Konsequenzen

Es geht bei dieser Diskussion um therapeutische Konsequenzen, ab wann ein Kind als auffällig gilt und behandelt werden muss (1-3).

Nach dem ersten Entwicklungsmodell besteht die Vorstellung, dass Kinder von unreifen zu reifen Stufen übergehen und die Entwicklungsschritte in strenger zeitlicher und funktioneller Ordnung ab- ...

Abb. 1a Abb. 1b Abb. 1c Abb. 1d
Abb. 1_Johanna konnte sitzen, ihr Bewegungsverhalten war jedoch deutlich beeinflusst durch die Umwelt
Abb. 1a_perfekter Sitz,
Abb. 1b_greift in Rückenlage nach den Füßen,
Abb. 1c_möchte zum Sitzen hochgezogen werden,
Abb. 1d_in Bauchlage fängt sie schon nach wenigen Minuten an zu weinen und möchte in den Sitz


weiter ... (für pt_Abonnenten)

Sie haben noch kein _Abonnement?
Profitieren Sie von dem umfangreichen Angebot für _Abonnenten!

Bestellinformationen


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 © Pflaum Verlag www.physiotherapeuten.de