Femoroazetabuläre Impingement +++ Konservative Therapie +++ Postoperative Rehabilitation
Neuerungen in der Hüftarthroskopie wirken sich auch auf die Physiotherapie aus
Klaas Stechmann
Auf einen Blick
Das Femoroazetabuläre Impingement (FAI) hat in den letzten Jahren zunehmend an klinischer Bedeutung gewonnen, was vor allem auf den Fortschritt im Bereich der Hüftarthroskopie zurückzuführen ist. Die orthopädischen Publikationen zum FAI häufen sich, während solche mit Bezug zur Physiotherapie äußerst rar sind. Obwohl physiotherapeutisch keine kausale Therapie möglich ist, gibt es dennoch Behandlungsmöglichkeiten und wichtige Kontraindikationen zu beachten. Lesen Sie in diesem Beitrag hierzu mehr.
FAI führt zu Gelenkdegeneration
Während das Impingement-Syndrom (engl. impingement = Zusammenstoß) der Schulter weitgehend bekannt ist, war das FAI sowohl unter Physiotherapeuten als auch Orthopäden vor einigen Jahren noch weitgehend unbekannt und es lagen nur vereinzelt Veröffentlichungen vor. Mit dem exponentiellen Anstieg der Hüftarthroskopie ist auch das Krankheitsbild des FAI immer mehr in den Fokus der Orthopädie gerückt (1). Das verlangt nach physiotherapeutischer Fachkenntnis, insbesondere weil es wichtige Kontraindikationen gibt.
Beim FAI handelt es sich um eine grundständig knöcherne Fehlform, die zunehmend zur Degeneration der Gelenkstrukturen führt. Man unterscheidet zwischen einer femoralen und einer azetabulären Variante.
Femorale Fehlform
Bei der femoralen Fehlform (Abb. 1a), dem Cam-Impingement (engl. cam = Nocke), ist der Übergang zwischen Femurkopf und -hals wegen einer knöchernen Verbreiterung - einem sogenannten »Bump« - nicht ausreichend tailliert und stößt somit vorzeitig an das Azetabulum (Abb. 1b). ...
Abb. 1 FAI-Darstellung: Cam- und Pincer-Mischform
a: Der rote Bereich kennzeichnet den Cam-»Bump«; die Pincer-Variante wird durch die verstärkte Überdachung des Azetabulum dargestellt
b: Mechanischer Konflikt bei Flexion und Innenrotation; beim Anschlag zwischen Femur und Azetabulum werden u.a. der hyaline Gelenkknorpel und das Labrum in Mitleidenschaft gezogen
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