Knie-TEP +++ Sensomotorik +++ Neuroplastizität +++ Nozizeption +++ Somatosensiblen Afferenzen
Nachbehandlung von Patienten mit Kniegelenksendoprothesen aus sensomotorischer Sicht
Edeltraud Diefenbach
Auf einen Blick
Wurde früher bei der Knie-TEP nur ein verringertes Bewegungsausmaß behandelt, können heute dessen Ursachen gezielter therapiert werden. Dadurch wird die postoperative Rehabilitation kürzer und erfolgreicher. Die Autorin erläutert Ihnen ihre Hypothese über die wesentlichen Ursachen der postoperativen Bewegungseinschränkung und stellt exemplarisch ein entsprechendes therapeutisches Vorgehen dar.
Differenzierte Steuerung
Für die Nachbehandlung eines Patienten nach Implantation einer Knie-TEP ist es wichtig, etwas über menschliche Bewegungsprogramme und Sensomotorik zu wissen. Beim Knie ist die sensomotorische Steuerung sehr differenziert, da das Gelenk zwischen Fuß und Hüfte vermittelt, gleichzeitig aber hohe Lasten aushalten muss. Außerdem sind die Bewegungen in diesem Drehscharniergelenk mehrachsig - bedingt durch die sogenannte Evolute (siehe Glossar) der Femurkondylen - und erfordern die genaue Abstimmung zwischen Rotation und Flexion beziehungsweise Extension, die noch mit der üblichen Gleitbewegung kombiniert sind.
Die Kontrolle und Rückmeldung der Bewegung erfolgt über somatosensible Afferenzen aus den Propriozeptoren. Wichtige Propriozeptoren befinden sich in der Gelenkkapsel, den Kollateral- und Kreuzbändern, zwischen den Gelenkflächen im Knie, in Muskeln und Sehnen sowie in der Haut.
Knie-TEP-Varianten
Die Vielzahl der Knie-TEP-Varianten unterscheidet sich aus sensomotorischer Sicht bezüglich der Rotationsfähigkeit des Kniegelenkes, der erhaltenen Bänder und der Großflächigkeit des Gelenkersatzes. Hier muss im Einzelfall beim Operateur nachgefragt werden. Bei Hemi- oder Schlittenprothesen bleibt meist der Kapsel-Band-Apparat erhalten - bis auf das hintere Kreuzband.
Bei ungekoppelten Totalendoprothesen werden in der Regel die Kreuzbänder entfernt, die Kollateralbänder bleiben intakt.
Bei vollgekoppelten Endoprothesen gibt es achsengeführte Scharniergelenke, aber auch Modelle, die eine Rotation ermöglichen. Es entfallen dann sowohl ...
Abb. 1_Erster Patienten- und Kniekontakt: Stressabbau und Verminderung der Nozizeption
weiter ... (für pt_Abonnenten)
| Sie haben noch kein Profitieren Sie von dem umfangreichen Angebot für |
| © Pflaum Verlag | www.physiotherapeuten.de |