Beckenbodentherapie +++ Beckenbodenfragebogen +++ Dynamischer rehabilitativer Ultraschall
Konzepte stellen sich vor auf Basis des pt_Konzepte Fragebogens
Auf einen Blick
Die bunte Vielfalt der Konzepte gibt der Physiotherapie von jeher wichtige Impulse. »pt« lädt die offiziellen Vertreter ein, anhand eines Fragebogens ihr Konzept vorzustellen. Dieses Mal beantwortet Physio- und Manualtherapeutin Bärbel Junginger die Fragen der pt_Redaktion. Sie und die Medizinerin Kaven Baessler arbeiten gemeinsam in der klinischen Forschung in Berlin an der Charité. In Kooperation führten sie in den vergangenen Jahren bereits einige Studien durch und entwickelten das vorliegende Konzept.
Nach jahrelanger, teilweise eigener Forschung ist es Junginger und Baessler nun möglich, ein spezifisches Konzept mit ausschließlich validierten Methoden vorzustellen. Das Konzept kommt bei Dysfunktionen des Beckenbodens und der daraus resultierenden Symptomatik, wie Stress- und Dranginkontinenz, Deszensus und Stuhlinkontinenz zum Einsatz und bezieht sich auf die Befunderhebung, den Einsatz in der Behandlung und die Nachkontrolle.
Der Name des Konzeptes »Blasenhalseffektive, kontrollierte integrative Beckenbodentherapie« erklärt die Inhalte, die sich an der Beckenboden-Physiologie und -Pathophysiologie orientieren. Aus einer Kontraktion der Beckenbodenmuskeln muss zusätzlich zur Kompression der Urethra eine Elevation des Blasenhalses resultieren und die Effektivität der Kontraktion an der Blase zu erkennen sein. Der Effekt der Beckenbodenkontraktion wird per vaginaler/rektaler Palpation kontrolliert, die Elevation des Blasenhalses per Ultraschall. Die weitere Namensgebung erklärt einen wesentlichen Bestandteil des Konzeptes: das Weiterüben mit motorischer Kontrolle der BB-Muskulatur mit Integration in »activities of daily life« (ADL) und Sport. Dabei werden individuell die ADLs beachtet, bei denen die BB-Dysfunktionen auftreten.
Erste Säule: Befunderhebung
An erster Stelle der Therapie steht die Befunderhebung, die sich aus zwei Teilen zusammensetzt. Zuerst kommt ein validierter Fragebogen zum Einsatz (1), den die Patientin alleine ausfüllt (selbst-administriert). Als bisher einziger deutscher Beckenbodenfragebogen geht er auf alle Bereiche der Beckenbodensymptome (Blase, Darm, Senkung, Sexualität und Schmerzen) ein.
Die anschließende strukturierte Anamnese-Erhebung orientiert sich an der konkreten Befunderhebung wie von Manueller Therapie, McKenzie oder Mulligan bekannt. Dies dient der Einschätzung des individuellen Schweregrades ...
Perineal-Sonografie der Beckenorgane
(Teil des Os pubis, Urethra mit Blase,
agina mit Uterus, anorektaler Übergang
und Puborektalisschlinge)
Foto: Bärbel Junginger
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