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Neuropathia vestibularis +++ Akutstadium +++ Kompensationsstadium +++ Vestibuläres Rehabilitationstraining

Schwindeltraining – eine evidenzbasierte Therapie

Fallbericht einer Patientin mit Neuropathia vestibularis

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Auf einen Blick

Die Neuropathia vestibularis gehört zu den peripheren Schwindelerkrankungen und kommt auch in der physiotherapeutischen Praxis immer häufiger vor. Der Review ab Seite 6 belegt, dass ein vestibuläres Rehabilitationstraining für die Betroffenen effektiv ist. In diesem Praxisbeitrag stellt die Autorin den Fall einer 57-jährigen Schwindelpatientin vor und erläutert das durchgeführte Interventionsprogramm.


Neuropathia vestibularis

Akut- und Kompensationsstadium

Patienten mit der Diagnose Neuropathia vestibularis leiden teilweise sehr stark unter den vegetativen Symptomen Schwindel und Brechreiz und sind im Akutstadium nur schwer zugänglich für eine physiotherapeutische Behandlung. Die Patienten meiden Lagewechsel und bewegen sich nicht unkontrolliert. Im Kompensationsstadium reduzieren sich die vegetativen Symptome, manchmal kommt es aber nur teilweise zu einer vestibulären Kompensation. Meist bleibt eine dynamische Funktionsstörung bei raschen Kopfbewegungen bestehen (Tab. 1).

Schwindeltraining

Die ersten Übungsprogramme zur Verbesserung des Schwindels publizierten Cawthrone und Cooksey 1946. Darauf aufbauend veröffentlichten in Deutschland Brandt, Hamann und Bockmeyer Studien und Erfahrungsberichte zum Schwindeltraining (1).
Hervorzuheben ist eine Arbeit von Yardley et al. von 1998, die vielen späteren Arbeiten als Vorbild diente. Mit als eine der ersten führten sie ihre Studie randomisiert und kontrolliert durch. So konnten sie die Effektivität der physiotherapeutischen Übungen mit ihrer Arbeit untermauern (2).

Therapieempfehlung

Durch das gezielte Reizen des Gleichgewichtssystems mit Schwindel auslösenden Situationen und Konfliktsuche – als Habituationstraining – erholt sich das Vestibularsystem schneller. Zur Behandlung werden an den Allgemeinzustand adaptierte Gleichgewichtsübungen aus verschiedenen Ausgangsstellungen empfohlen. Sie bestehen aus Fixationsübungen mit den Augen bei gleichzeitiger Kopfdrehung oder dem visuellen Verfolgen von sich bewegenden Gegenständen (1).
Antivertiginosa sollten nur in den ersten drei Tagen verabreicht werden, da diese sedierend wirken und somit die zentrale Kompensation verzögern. Für durchblutungsfördernde Maß ...

Tab. 1_Vergleich Akut- und Kompensationsstadium

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