PRAXIS_FALLBERICHT

Vojta +++ Zerebralparese +++ Hypotonie +++ Muskeltonus +++ Motorische Entwicklungsverzögerung

Physiotherapie bei neurologisch bedingten Bewegungsstörungen im Kindesalter

Behandlungsverlauf eines Kindes bei hypotonem Grundtonus

Barbara Zukunft-Huber

Auf einen Blick

Die Untersuchung der Wirksamkeit verschiedener Behandlungstechniken wird zunehmend gefordert. Im Bereich der Pädiatrie sind wissenschaftliche Studien allerdings schwierig, denn jedes Kind ist einzigartig in seiner Persönlichkeit und neurologischen Störung. Die Darstellung von Fallberichten ist jedoch eine Möglichkeit, individuelle Behandlungsverläufe systematisch zu verfolgen. Der vorliegende Fallbericht setzt die Reihe von Behandlungsverläufen fort. Lesen Sie dieses Mal über eine beinbetonte muskuläre Hypotonie unklarer Genese.


Hypotonie

Automatische Steuerung gestört

Das Vojta-Prinzip erhebt den Anspruch, alle Zerebralparesen – ob spastische, dyskinetische, ataktische Paresen oder auch Mischbilder unterschiedlichen Schweregrads mit assoziierten Störungen wie mentale Behinderung und Hypotonien – erfolgreich behandeln zu können. Vojta ist der Ansicht, dass bei allen bewegungsgestörten Kindern die automatische Steuerung der Körperlage gestört ist – diese ist aber Voraussetzung der aufrechten Haltung beim Menschen. Die Störung zeigt sich durch Aufrichtungsmängel im Rumpf und den abweichenden globalen Bewegungsabläufen der genetisch verankerten Bewegungsentwicklung (1, 2).

Ursachen

Die Hypotonie (siehe Glossar) kann nach persönlicher Information von Dr. Hartmut Bauer ihre Ursache in der Muskulatur selbst, im neuromuskulären spinalen Niveau oder in der fehlenden Steuerung des ZNS oder aus einer Kombination dieser einzelnen Levels haben. Objektive Messungen des Muskeltonus sind bisher nicht etabliert (3).
Für Vojta ist aber auch nicht der Muskeltonus entscheidend, sondern die Steuerung der Körperhaltung für die Haltungs- und Bewegungsmuster (4). Hypotone Kinder haben eine breite Auflagefläche, sie können Arme und Beine ...



a b c

Abb. 1_Lars mit 5 Monaten im Vergleich zu einem gesunden Kind
a_Ein gesunder Säugling hat eine symmetrische Haltung des Rumpfes und kann Arme und Beine gegen die Schwerkraft halten
b_Lars konnte Arme und Beine in RL nicht vor dem Körper halten, es lag eine Steilstellung beider Fersen vor
c_In BL konnte Lars den Kopf drehen, er stützte jedoch nicht mit den Armen



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