Chronische Rückenschmerzen +++ Akupressur +++ Konventionelle Therapie +++ Behandlungskombinationen
Plädoyer für einen kombinierten Therapieansatz
Ulf Pape
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| Abb. 1_Mobilisation der LWS und des ISG |
Auf einen Blick
Der folgende Beitrag zeigt uns, dass mittlerweile auch in der Physiotherapie wissenschaftliches Arbeiten immer mehr in den Vordergrund rückt. Jedoch sollten keinesfalls die Erfahrungen der Therapeuten unberücksichtigt bleiben, die einen hohen Stellenwert bei der Behandlung chronischer Rückenschmerzen haben. Lesen Sie, wie auf Erfahrungswerten des Autors basierend, unterschiedliche Therapien erfolgreich miteinander kombiniert werden können.
Aktuelle wissenschaftliche Studienlage
Die bisher umfangreichste Studie über die Wirkung von Akupunktur im Vergleich zur konventionellen Massage und Physiotherapie, die sogenannten GERAC-Studien (German Acupuncture Trails, siehe Glossar), bewies, dass weder mittels konventioneller Massage und Physiotherapie noch mit Akupunktur, deren Prämissen denen der Akupressur ähneln, bei Behandlungen chronischer Rückenschmerzen Erfolgsquoten über 50% erzielt wurden. Anstatt daraus zu schlussfolgern, dass es sinnvoll wäre, die Wirkungsessenzen verschiedener Therapieformen mittels therapeutischer Kreativität zu bündeln, verfiel man wiederum in »Grabenkämpfe«. Man diskutierte darüber, welche Methoden die wissenschaftlicheren wären, was man fördern sollte und was nicht.
Erfahrungswerte aus der Praxis
Praxiserprobte Behandlungsstrategien zur Linderung und perspektivischen Heilung chronischer Rückenschmerzen können durch kombinierte Anwendungen manueller Techniken und punktuellen Akupressur-Sequenzen zu Erfolgsquoten führen, die weit über 90% liegen. Dabei handelt es sich nicht um ein einfaches »Zusammenmischen« verschiedener Therapieweisen, sondern um die Synthese verschiedener aktiver und passiver Anwendungen als auch um die Koordination verschiedener Begründungsmuster und Vorgehensweisen.
Einerseits haben wir ein Sammelsurium physiotherapeutischer Möglichkeiten wie Gelenkmobilisationen, aktive und passive myofasziale Dehnungen, Triggerpunktbehandlung, Faszientechniken und diversen Massagearten. Diese Therapieweisen basieren auf anatomisch-physiologischen Begründungen auf sichtbaren, vor allem messbaren wie auch auf mehr oder weniger fühlbaren Prämissen. Mit der sich noch nicht fulminant durchgesetzten, jedoch für eine wachsende Zahl von Patienten und Therapeuten attraktiver werdenden Herangehensweise der Osteopathie findet meines Erachtens eine langsame Dominanzverschiebung des Fühlbaren gegenüber dem Messbaren statt. ...
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