PRAXIS_PROJEKT

Osteoporose +++ Funktionstraining +++ Selbstwirksamkeit +++ Sturzprävention +++ Ressourcenstärkung

Subjektive Patientenprobleme und Therapieziele

Die Bedeutung der standardisierten Erfassung im physiotherapeutischen Behandlungsalltag

Wolfgang Weinhold, Svenja Sass

Auf einen Blick

Kostensteigerungen im Gesundheitswesen erfordern eine höhere Transparenz physiotherapeutischer Leistungen. Standardisierte Testverfahren zur Überprüfung von Therapieergebnissen sind daher unerlässlich und werden zahlreich empfohlen. Lesen Sie, ob für jeden Patienten ein Hauptproblem erfassbar ist und ob es ebenso wie die Zielerreichung statistisch signifikante Unterschiede zum Therapieende aufweist.


Einleitung

Zahlreiche Autoren empfehlen standardisierte Testverfahren (1-5). Allerdings ist nicht jeder Ergebnisparameter für jeden Patienten relevant (6).
Insofern stand bei dieser Untersuchung die Frage nach Zielparametern im Vordergrund, die an jedem Patienten erhoben werden können und von denen zu erwarten ist, dass sie sich im Therapieverlauf verändern.

Fallbeispiel

Ein Patient kommt vier Wochen nach einer Innenmeniskusteilresektion zur Therapie. Es zeigt sich bei der Beweglichkeitsmessung von Extension und Flexion nach der Neutral-Null-Methode in Rückenlage, dass die Beweglichkeit bereits seitengleich ausgeprägt ist. Während der Belastung gibt der Patient aber noch Beschwerden an.

Hier ist während der Therapie keine Veränderung in der Beweglichkeit zu erwarten. Insofern reicht die Messung nicht aus, um Veränderungen während der Behandlung zu erfassen.
In der Praxis zeigt es sich, dass Patienten in der Regel mit einem Problem zur Therapie kommen. Im genannten Beispiel wäre das eben nicht ein Beweglichkeitsmangel, sondern der Patient hätte wahrscheinlich eine verringerte Belastungsfähigkeit angegeben.

Untersuchungsziel

Auf dieser Grundlage war es das Ziel der Untersuchung, eine standardisierte Abfrage von subjektiven Patientenproblemen und Therapiezielen sowie deren quantitative Veränderungen im Therapieverlauf zu betrachten: Ist für jeden Patienten ein Hauptproblem erfassbar und weist es ebenso wie die Zielerreichung statistisch signifikante Unterschiede zum Therapieende auf?
Zusätzlich sollte geklärt werden, wie stark das Hauptproblem allein durch Schmerz repräsentiert wird. Dies würde ein Licht auf die Bedeutung der Schmerzmessung als alleinigem Zielkriterium im Therapieverlauf werfen.

Methode

Ausgewertet wurden 349 elektronische Patientenakten auf Excel-Basis von 2006-2009. Die Patienten kamen mit Verordnungen über erweiterte ambulante Physiotherapie (EAP), einer 2 1/2-stündigen Therapie bestehend aus Krankengymnastik, medizinischer Trainingstherapie und physikalischer Therapie sowie Verordnungen über Krankengymnastik am Gerät (KGG) nach Endoprothetik oder Diagnosen am Rücken.

Datenerfassung Hauptproblem

So erfolgte die Datenerfassung: In der ersten Behandlung konnten die Patienten unbeeinflusst den Leidensdruck (Problem) äußern, wobei Mehrfachnennungen möglich waren: »Was ...



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