LEHRE_WISSEN

Muskelspindelhypothese +++ Endplattentheorie +++ Energiekrisenmodell +++ Referred Pain

Myofasziale Schmerzen und Funktionsstörungen

Pathophysiologische Grundlagen

Roland Gautschi

Auf einen Blick

In einem Beitrag letzten Jahres (siehe Hinweis) stellte der Autor dar, wie sich myofaszial verursachte Probleme zeigen und wie sie im Clinical Reasoning Prozess erkannt werden können. In diesem Beitrag werden Ihnen detailliert die zugrunde liegenden Veränderungen im Muskel und im Bindegewebe erörtert


Zusammenfassung

Myofasziale Schmerzen und Funktionsstörungen werden verursacht durch die Aktivität myofaszialer Triggerpunkte (mTrPs). MTrPs zählen heute zu den wissenschaftlich solide erforschten Phänomenen im Bereich der neuromuskuloskelettalen Medizin.

Pathophysiologisch nachgewiesen sind die lokale Hypoxie im Zentrum mTrPs (1), ein verändertes EMG-Potenzial, das als Zeichen einer Fehlfunktion motorischer Endplatten interpretiert wird (2), sowie charakteristische Veränderungen des biochemischen Milieus in unmittelbarer Umgebung mTrPs mit markanter Erhöhung der Konzentration von Substanz P und CGRP, von Bradykinin, Serotonin, Noradrenalin, TNF-a, IL-1b, IL-6 und IL-8 bei deutlich erniedrigtem pH-Wert (3, 4). Der tiefe pH-Wert – ein Wert von 5,4 anstelle von 6,6 – und die um das 2- bis 4-fach erhöhte Konzentration von Schmerz- und Entzündungsmediatoren – im Vergleich zum Referenzgewebe ohne aktive mTrPs – führt zu einer Veränderung der Nozizeptoraktivität im Sinn einer peripheren Sensibilisierung.

Histomorphologisch dokumentiert sind Rigorkomplexe in der Kernzone mTrPs – Myosin- und Aktinfilamente verharren in maximal angenäherter Position, während die angrenzenden Sarkomere reaktiv überdehnt ...

Abb. 1_Messung des biochemischen Milieus bei mTrPs, a_Substanz P, b_CGRP, c_pH-Wert
Grafik: aus Gautschi 2010 (12)

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