Interkulturalität +++ Kompetenzmodell +++ Soziokulturelle Sensibilität +++ Migranten
Patienten mit Migrationshintergrund gerecht werden
Maria Ines Olmos
Auf einen Blick
»Ich möchte nur von einer Frau behandelt werden!«, sagt die Klientin an der Anmeldung. Stoßen in der Behandlung unterschiedliche Einsichten sowie Normen und Werte aufeinander, stehen PhysiotherapeutInnen vor komplexen Herausforderungen. Um den soziokulturellen Aspekten der PatientInnen in der Therapie genügend Beachtung zu schenken, müssen interkulturelle Kompetenzen zukünftig in die Ausbildung von PhysiotherapeutInnen einfließen, wie Ihnen die Autorin in diesem Beitrag darlegt.
MigrantInnen haben einen schlechteren Zugang zum Gesundheitssystem. Der Umgang mit kultureller Vielfalt, mit unterschiedlichen Werten und verschiedenen Vorstellungen von Krankheit und Gesundheit stellt eine besondere Herausforderung für die Gestaltung des Gesundheitssystems dar (1).
Auch PhysiotherapeutInnen stehen oftmals vor besonderen Anforderungen. So kann eine unflexible Zeitplanung für ausländische PatientInnen unbegreiflich sein oder eine Übereinstimmung der Therapieziele bei Verständigungsproblemen sich schwierig entwickeln.
PhysiotherapeutInnen tragen als Mitwirkende im Gesundheitswesen Verantwortung für eine effiziente und kulturell angemessene Versorgung. Nach der Ottawa Charta 1986 der Weltgesundheitsorganisation sind Gesundheitsdienstleister angewiesen eine Haltung einzunehmen, die feinfühlig und respektvoll die unterschiedlichen kulturellen Bedürfnisse anerkennt (2).
Interkulturelle Kompetenz
Im Allgemeinen bezieht sich der Begriff interkulturelle Kompetenz auf die Fähigkeit in interkulturellen Situationen ...
Abb. 1:
Modell für die Entwicklung
kultureller Kompetenzen
Grafik:
Ines Olmos, in Anlehnung
an Papadopoulos et al. (4)
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