PRAXIS_WISSENSCHAFT TRANSFER

Stroke Unit +++ Behandlungszeit +++ Transfers +++ Zusammenarbeit +++ Zuwendung

Forschung trifft Klinikalltag

Wissenschaftliche Praxis auf einer Akutstation

Thomas Friedel

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Auf einen Blick

Wenn die Alltagsroutine eines Akutkrankenhauses auf eine klinische Studie trifft, können sich viele, wünschenswerte Effekte zeigen. Es sind jedoch auch Hürden zu überwinden. Lesen Sie hier am Beispiel der Studie »chronobiologische Frührehabilitation nach Schlaganfall« (ab S. 6), die seit über drei Jahren von Mitarbeitern und Studenten der Fachhochschule Nordhessen im Klinikum der Stadt Friedrichshafen durchgeführt wird, wie sich ein wissenschaftliches Projekt in die Klinikroutine einfügen kann.


Die Datenerhebung

Ursprünglich sollte Studierenden der Physiotherapie, die am Studienzentrum Friedrichshafen der privaten Fachhochschule Nordhessen einen Diplomstudiengang belegt hatten, die Möglichkeit geboten werden, eigene Daten für ihre wissenschaftlichen Abschlussarbeiten zu sammeln. Weil sie sich aber noch in der Grundausbildung befanden, war es ihnen nicht möglich, eigene Forschungsprojekte zu organisieren. Daher wurde von zwei Lehrkräften des Studienzentrums Friedrichshafen eine längerfristige Studie begonnen, in die Interessierte des dualen Studiengangs ihre Arbeit einbringen und dabei qualifiziertes Datenmaterial zusammentragen konnten.

Engagement der Studierenden

Patienten, die nach einem frischen Schlaganfall in die Stroke Unit des Klinikums Friedrichshafen aufgenommen wurden, sollte eine möglichst lange Behandlungszeit angeboten werden. Dabei durfte jeder Patient selbst bestimmen, wann und wie lange er behandelt werden wollte. Es stand jedem Patienten ein persönlicher, studentischer Therapeut zur Verfügung, der in regelmäßigen Abständen nachzufragen hatte, ob der Patient eine Physiotherapie oder eine Ruhepause wünschte.

Dieser personelle Aufwand konnte nur erbracht werden, indem die Studierenden unentgeltlich und täglich bis zu acht Stunden für die Betreuung eines Patienten zur Verfügung standen. Jeder Student leistete so durchschnittlich 120 Arbeitsstunden und erwarb sich dadurch seinen Anteil aus dem Pool empirischer Daten, der von allen gemeinsam gefüllt wurde. Unterschiedliche Frage- und Themenstellungen, die das Projekt aufwarf, ermöglichten dem wissenschaftlichen Betreuer, den einzelnen Studenten auch individuelle Themen für deren Diplomarbeiten zu stellen.

Netzwerken der Profis

Um das Projekt zu verwirklichen, bedurfte es zu allererst des Kontakts ...



Der studentische Therapeut fragt den Patienten,
ob er Therapie wünscht; so entsteht der
individuelle Rhythmus aus Aktivität und
Ruhephasen
Das möglichst frühe aktivitätsbezogene Arbeiten, wie hier das Gehtraining mit den Patienten der Stroke Unit, ist ein wichtiger Bestandteil des Studiendesigns

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