Fähigkeitskonzepte +++ Motorisches Lernen +++ Automatisierung +++ Motivation
Fähigkeitskonzepte und ihr möglicher Einfluss auf das Therapieergebnis
Gabriele Wulf
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| Abb. 1: Versuchsperson auf dem Stabilometer |
Auf einen Blick
Menschen unterscheiden sich in ihren Ansichten darüber, ob sie Fähigkeiten für veränderbar oder für relativ stabil halten. Entsprechend dürften auch die Vorstellungen von PatientInnen über die Permanenz ihrer Beeinträchtigung divergieren. Studien zeigen, dass Veränderbarkeitsüberzeugungen zu größeren Verbesserungen in verschiedenen Leistungsbereichen führen. PhysiotherapeutInnen können sich dieses Wissen zunutze machen. Die Autorin stellt Ihnen in diesem Beitrag wichtige Forschungsergebnisse vor.
Einfluss auf Prognose
Motorische Behinderungen, sei es durch Schlaganfall, M. Parkinson oder aufgrund anderer Erkrankungen, werden häufig als unveränderliche Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit eines Menschen gesehen. Unabhängig davon, ob oder in welchem Ausmaß diese Einschränkungen reversibel sind, dürfte allein die Annahme der betroffenen Person darüber, inwieweit bestimmte motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten wiederherstellbar sind, einen nicht unwesentlichen Einfluss auf den Rehabilitationsverlauf haben. Dies lässt sich zumindest aus einer Reihe von Untersuchungsergebnissen ableiten. TherapeutInnen und ÄrztInnen können jedoch diese (impliziten) Annahmen ihrer PatientInnen beeinflussen und damit auch die Prognose.
Ansichten divergieren
In verschiedenen Studien, initiiert von Carol Dweck und ihren MitarbeiterInnen (1, 2), zeigte sich, dass Menschen unterschiedliche Ansichten vertreten, ob sie Fähigkeiten zum Beispiel Intelligenz, künstlerische, motorische oder andere Fähigkeiten für beeinflussbar und veränderbar halten (»Veränderbarkeitstheoretiker«) oder ob sie Fähigkeiten als relativ stabil und unbeeinflussbar ansehen (»Wesenstheoretiker«). Veränderbarkeits- und Wesenstheoretiker unterscheiden sich darin, wie sie sich in Leistungssituationen verhalten und vor allem wie sie auf Schwierigkeiten reagieren (3).
Veränderbarkeitstheoretiker sind lernzielorientiert
Menschen, die Fähigkeiten für veränderbar halten, visieren im Allgemeinen eher das Ziel an, die eigenen Fähigkeiten zu verbessern, neue Fertigkeiten zu erwerben und generell ihre Kompetenz zu steigern. Sie sind »lernzielorientiert« und sehen in Leistungssituationen eine Gelegenheit, Herausforderungen zu ...
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