PRAXIS_EVIDENZBAISERT

Antizipation +++ Sensomotorik +++ Propriozeption +++ Exafferenz +++ Gelenkstabilität

Neuromuskuläre Kontrolle im Sport

Trainingsansätze zur Verletzungsprävention

Kuno Hottenrott

Auf einen Blick

Gelenkinstabilität und Ermüdungszustände beim Sport erhöhen das Verletzungsrisiko. Eine Verletzungsprävention ist über die Optimierung der neuromuskulären Kontrolle von Gelenkbewegungen möglich. In diesem Beitrag lesen Sie, dass ein Training auf instabilen Untergründen (Wackelbrettern) keine umfassende Verletzungsprävention im Sport darstellt. Neue Trainingsansätze werden Ihnen im Folgenden vorgestellt.


Das sensomotorische System

Das sensorische System umfasst die gesamten nervalen Strukturen, die für die Informationsaufnahme, -weiterleitung und -verarbeitung notwendig sind. Die integrative Arbeitsweise der Sensorik mit der Motorik wird mit dem Begriff des sensomotorischen Systems zum Ausdruck gebracht.

Neuromuskuläre Kontrolle

Zur sensorischen Reizaufnahme zählt neben dem visuellen, vestibulären und propriozeptiven System auch das neuromuskuläre Kontrollsystem. Das neuromuskuläre System reguliert die unbewusste efferente Antwort auf afferente Informationen (Abb. 1). Die afferenten Informationen bewirken bei dynamischen Bewegungen unter anderem eine Gelenkstabilisierung (1). Die neuromuskuläre Kontrolle der gelenkumgreifenden Muskulatur wird zusätzlich von Reflexen, die durch Mechanosensoren ausgelöst werden, unterstützt. Die Gelenksensoren beeinflussen die gelenkumgreifende Muskulatur auf unterschiedliche Art und Weise. Eine verbesserte sensomotorische Gleichgewichts- regulation ergibt sich auch aus einer Optimierung neuromuskulärer Aktivierungen, die besonders dann benötigt werden, wenn ein potenzielles Verletzungsrisiko vorliegt, beispielsweise bei einem schnellen Richtungswechsel in Mannschaftssportspielen.

Die Sensomotorik ist trainierbar. Ein sensomotorisches Training ruft neuromuskuläre Adaptationen hervor. ...


Abb. 1
Das sensomotorische System mit der afferenten Information zum ZNS und der efferenten Antwort zur Motorik
Grafik: Kuno Hottenrott



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