Myoreflextherapie +++ Neuromuskuläre Regulation +++ Explorative Studie +++ HWS-Syndrom +++ Tinnitus
Wirksamkeit der Myoreflextherapie bei einem Patienten mit HWS-Syndrom
Dorothea Kilk
Auf einen Blick
Chronische und wiederkehrende Schmerzen sind ein häufiges Problem. In diesem Beitrag stellt Ihnen die Autorin anhand eines 57-jährigen Patienten mit HWS-Syndrom und Tinnitus die vom Mediziner Kurt Mosetter entwickelte Myoreflextherapie vor. Eine grundlegende These der Myoreflextherapie lautet: Schmerz bedeutet die Empfindung eines Verstoßes gegen ein ausgeglichenes muskuläres Vektornetz.
Neuromuskuläre Regulationstherapie
Allein in Deutschland leiden etwa 15 Millionen Menschen an chronischen oder wiederkehrenden Schmerzen (1). Zu den häufigsten Schmerzzuständen gehören Rücken-, Muskel- und Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen (Arthrose), rheumatoide Arthritis, Nerven- und Tumorschmerzen. Physiotherapeutische Methoden sind wichtige Bestandteile bei der Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen.
Die vom Mediziner Kurt Mosetter entwickelte Myoreflextherapie stellt eine sogenannte neuromuskuläre Regulationstherapie dar, die insbesondere auf die Behebung von Schmerzzuständen und Störungen des Bewegungsapparats abzielt (2). Hierbei wird über gezielte Druckpunkte an der Muskulatur eine regulatorische Bewegung des Organismus provoziert, was zu einer unmittelbaren Linderung von Schmerzzuständen führen kann (Abb. 1).
Schmerz hat Signalfunktion
Für die Myoreflextherapie ist Schmerz ein ganzheitliches Symptom. Schmerzen können als Ausdruck eines gestörten Gesamtgleichgewichts oder einer gestörten Bewegungsgeometrie betrachtet werden.
Mosetter entwickelte mit der Myoreflextherapie ein effizientes und doch sehr sanftes Behandlungskonzept für eine Vielzahl von Schmerzzuständen im Zusammenspiel von Nerv-Muskel-Gelenk- und Bindegewebsstruktur, insbesondere der Knochen- und Faszienstruktur, was eine nachhaltige Schmerzreduktion auch in schweren Fällen möglich macht. Eine grundlegende These der Myoreflextherapie lautet: Die Wahrnehmung beziehungsweise Empfindung eines Verstoßes gegen ein ausgeglichenes muskuläres Vektornetz (siehe Glossar) und über die physiologischen Arbeitsbereiche der Muskeln und Gelenke hinaus ist der Schmerz. Schmerz nimmt eine wichtige Signalfunktion ein, um irreversible, degenerative Selbstschädigungen des Organismus zu vermeiden, und ist in diesem Sinne als höhere, komplexe Leistung des Gesamtnervensystems zu verstehen.
Emotionale Schmerzpunkte
Über die myoreflextherapeutische Druckpunktstimulation (siehe Glossar) können beim Patienten darüber hinaus implizite Erinnerungen und Wahrnehmungseindrücke bewusst gemacht werden, die diesem teilweise über sehr lange Zeiträume nicht mehr zugänglich waren. Die Druckpunkte der Muskulatur fungieren dann als emotionale Schmerzpunkte (siehe Glossar). Vergessene Handlungsabläufe und situative Erlebnisinhalte werden assoziativ aktiviert und so wieder ins Gedächtnis gerufen und einer Lösung ...
Abbildung siehe pt 3/2011
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