PRAXIS_PROJEKT

Handlungsfelder +++ Gesundheitswandern +++ Betriebliche Gesundheitsförderung +++ Gesundheitsressourcen

After-Work-Walking

Gesundheitswandern in der betrieblichen Gesundheitsförderung

Christoff Zalpour

Das Ziel der GesundheitswanderführerInnen des Deutschen Wanderverbandes ist nicht nur die Reduzierung von Bewegungsmangel, sondern auch die Vermittlung eines positiven Körper-Geist-Seele-Erlebens, das beim und durch das Wandern erfahrbar gemacht wird und sich auf das Alltagsverhalten im Sinne eines positiven Aufbaus von Gesundheitsressourcen bemerkbar macht
Foto: Deutscher Wanderverband,
Erik Neumeyer

Auf einen Blick

Die Notwendigkeit einer wirksamen betrieblichen Gesundheitsförderung ergibt sich nicht nur aus dem demografischen Wandel und der damit verbundenen »alternden« Belegschaft – aging workforce –, sondern auch aus der gesetzlich verankerten Fürsorgepflicht des Arbeitgebers für seine Arbeitnehmer. Lesen Sie, wie Physiotherapeuten dabei im Rahmen der sogenannten »Entwicklung neuer Handlungsfelder« eine ganz entscheidende Rolle zukommt, und erfahren Sie mehr über ein Beispiel aus der Praxis: After-Work-Walking.


Handlungsfeld: Betriebliche Gesundheitsförderung

Die Bedeutung des Handlungsfelds (1) für Physiotherapeuten gründet darin, dass:

  1. Physiotherapeuten Experten für Bewegung sind;

  2. die größte Einzelkategorie (Krankheitsgruppe nach ICD 10) für Krankschreibungen Krankheiten des Bindegewebes und Bewegungsapparats ausmachen;

  3. insbesondere stressbedingte Erkrankungen (wie Burn-out) die stärkste Zuwachsrate im Krankheitsspektrum arbeitsbedingter Erkrankungen verzeichnen.

Gesundheitswandern

Wandern als eine Form der Bewegungsförderung verbindet Naturerleben mit Bewegung und eignet sich hervorragend für den Aufbau gesundheitsrelevanter Ressourcen, wenn es vor allem regelmäßig und an die eigene Leistungs- und Belastungsfähigkeit angepasst erfolgt. Dabei werden nicht nur physische, sondern auch psychosoziale Aspekte berücksichtigt, mit Auswirkungen auf eine »ganzheitliche« Förderung der Gesundheit im Sinne der Salutogenese (2, 3).

Dass Physiotherapeuten das Wandern gezielt einsetzen können, ist konzeptionell gut aufbereitet (4). Wandern eignet sich ideal, um auch nicht-sportaffine Gruppen zu motivieren sich zu bewegen und gilt daher als niedrigschwelliges Angebot (5). Gesundheitswandern unterscheidet sich vom herkömmlichen Wandern durch ein zugrunde liegendes Konzept, das Wandern mit spezifischen gesundheitsrelevanten Zielen koppelt (siehe Kasten). Der Begriff wurde durch das Projekt »Let’s go – jeder Schritt hält fit« des Deutschen Wanderverbandes ...



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