PRAXIS_LEITLINIEN

Musikphysiologie +++ Musikermedizin +++ Musikerphysiotherapie +++ Überlastungssyndrom

Flöten und Geigen in der Praxis

Der Musiker als Patient der Physiotherapie

Alexandra Türk-Espitalier

Bewegungskorrektur während des Spiels: gemeinsamer Unterricht mit dem Instrumentalprofessor (v.l.n.r.: Professor Brons (Amsterdam), N. Erte (St. Petersburg) und A. Türk-Espitalier)

Auf einen Blick

Die Übersichtsarbeit in dieser Ausgabe analysierte Studien, welche die Auswirkungen von Übungsprogrammen auf Osteoporosepatienten untersuchten – und zwar mit dem Fokus auf der Beeinflussung von Schmerzen. In ihrer Arbeit werden Physiotherapeuten täglich mit Schmerzen konfrontiert. Um diese adäquat behandeln zu können, ist eine Erfassung sowohl der aktuellen Schmerzsituation als auch des Beschwerdeverlaufs nötig. Grundsätzlich ist es problematisch, Schmerzen objektiv darzustellen, da sie subjektiv wahrgenommen werden. In diesem Beitrag stellt Ihnen die Autorin verschiedene Schmerzassessments vor.


Die Entwicklung der letzten Jahre

Mit der Gründung des Instituts für Musikphysiologie und Musikermedizin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover 1974 begann die Institutionalisierung der Musikermedizin in Deutschland. Inzwischen existieren weitere Institute in Freiburg, Berlin, Dresden und Köln. Darüber hinaus ist das Fach Musikphysiologie an den meisten Musikhochschulen als Lehrveranstaltung für die zukünftigen professionellen Musiker vertreten. Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen?

Studienlage

Ab Mitte der 1980er Jahre zeigten Studien, dass Berufsmusiker im Schnitt bis hin zu 70-80% unter Beschwerden leiden, die ihre Spielfähigkeit beeinträchtigen.

Die umfangreichste Studie, die ICSOM-Studie (International Conference of Symphony Orchestras, siehe Glossar) (1), gab bei einer Fallzahl von 2.212 Personen an, dass 82% unter Beschwerden, 76% unter ernsten Beschwerden beim Spielen (oder durch das Spielen hervorgerufen) litten. Spätere Studien kamen im Allgemeinen zu ähnlichen Ergebnissen, auch wenn aufgrund methodologischer Schwierig-



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