Infantile Zerebralparese +++ Früherkennung +++ General Movements +++ Behandlungsbeginn +++ Pädiatrie
Zwei Behandlungsverläufe mit unterschiedlichem Therapiebeginn
Barbara Zukunft-Huber
Auf einen Blick
Die Untersuchung der Wirksamkeit verschiedener Behandlungstechniken wird zunehmend gefordert. Im Bereich der Pädiatrie sind wissenschaftliche Studien allerdings schwierig, denn jedes Kind ist einzigartig in seiner Persönlichkeit und neurologischen Störung. Der vorliegende Fallbericht setzt die Reihe von Behandlungsverläufen fort. In diesem Beitrag lesen Sie über zwei Kinder mit muskulärer Hypertonie, deren Therapiebeginn unterschiedlich war.
Indikation oft unklar
Die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V. stellt auf ihrer Webseite zur Indikation für die Physiotherapie auf neurophysiologischer Grundlage in der Säuglings- und Kleinkindzeit folgende Informationen zur Verfügung (1):
»Da die Möglichkeiten zur Früherkennung einer infantilen Zerebralparese bis heute noch nicht ausreichend validiert sind, liegt im frühen Säuglingsalter nur in schweren Fällen eine eindeutige Indikation zur Physiotherapie vor. Selbst im Laufe des zweiten Lebenshalbjahres ist bei leichter Symptomatik die Diagnose nicht immer eindeutig zu sichern, auch mit acht Monaten wird die hohe Sensitivität eines Tests immer noch mit einer begrenzten positiven Prädiktion erkauft.«
Kritik an Lagereaktionen
Nach Michaelis (2) zeigen Zerebralparesen in der Bildgebung sehr konstante und typische Läsionen, welche die Pathogenese und die Beziehungen zwischen zentralen Läsionen und motorischen Störungen verständlich werden lassen. Da nicht immer schon im ersten Lebensjahr sicher ist, ob eine Bewegungsstörung auch tatsächlich die Be-
Abb. 1
Beim Greifversuch verstärkt sich sowohl bei Bernd (links) als auch bei Pascal (rechts) die steife Streckung beider Beine; beide haben den 1. Meilenstein in Rückenlage von 3 bis 4 Monaten nicht erreicht (siehe Untersuchungsbogen, Hinweis, Seite 55)
Fotos von Barbara Zukunft-Huber
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