PRAXIS_ERFAHRUNG

Muskelloge +++ Faszien +++ Tibiales-Anterior-Syndrom +++ Biokybernetik +++ Therapieplan

Logen- und Kompartmentsyndrome

Behandlungsvorschläge aus der biokybernetischen manuellen Therapie

Henricus Johannes Maria Brils, Holger Korte, Axel Steilen, Jens Jörg Matthieu Brils

Auf einen Blick

Logen- oder Kompartmentsyndrome kommen immer wieder in der Praxis vor und benötigen einen multifaktoriellen Therapieansatz. Im folgenden Beitrag erfahren Sie Einzelheiten dieser Problematik und werden am Beispiel des Tibiales-Anterior-Syndrom über mögliche Behandlungsmaßnahmen informiert.


Die Problematik

Ein Kompartmentsyndrom ist eine neuromuskuläre Pathologie und entsteht durch eine Druckzunahme in der Loge, die dessen vaskuläre Versorgung drosselt oder stoppt. Es entstehen Perfussionsstörungen, weil das Gleichgewicht der Flüssigkeitsbewegungen zwischen dem Interstitium und den Kapillaren gestört ist. Die Kapillarpermeabilität wird durch Informone (Gewebsmediatoren, Neuropeptiden, Prostaglandine (siehe Glossar) usw.) und der entstandenen Ischämie in ihrer Funktion gestört. Wenn der Blutmangel zu lange anhält, kommt es zu einer Funktionsstörung des Muskel- und des neurovaskuläre Gewebes, die sich bis zu einem kompletten Funktionsausfall ausweiten kann. In einer noch späteren Phase stirbt das Muskelgewebe ab und wird nekrotisch.

Die Symptome

Die Symptomatik eines Logensyndroms führt gegebenenfalls zu einer leicht vorübergehenden Parästhesie, im Extremfall aber auch bis hin zum Verlust der Extremität durch Amputation bei einer Nekrose.
Die Abläufe entstehen grundsätzlich auf zwei Arten. Erstens kann eine Volumenzunahme des Logeninhalts stattfinden und zweitens kann das Kompartiment enger werden, so dass ein relativer Platzmangel vorhanden ist. Die Volumenzunahme ist der häufigere Grund eines Kompartmentsyndroms.
Eine rasche Diagnosestellung und eine Einleitung der biokybernetischen manuellen Therapie sind entscheidend.

Klinische Symptomatik der Kompartmentischämie

Das Leitsymptom ist der akut einsetzende Schmerz. Die Patienten beschreiben das Gefühl, als ob der Muskel platzen würde. Der Schmerz kann brennend, bohrend, drückend, quetschend bis zermalmend sein. Er nimmt schnell zu und wird in Höhe der Muskelloge empfunden und im peripheren Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs.
Die Schmerzen nehmen bei Kontraktion und noch mehr bei Dehnung des Muskels zu. Es können Hyperästhesien, Parästhesien und – wenn die Minussymptomatik einsetzt – Hypästhesien im peripheren Versorgungsgebiet des mitbetroffenen Nervs entstehen. Der Muskel ist stark hyperton tastbar, wobei geringer manueller Druck die Schmerzen verstärkt.



weiter ... (für pt_Abonnenten)


Sie haben noch kein _Abonnement?
Profitieren Sie von dem umfangreichen Angebot für _Abonnenten!

Bestellinformationen


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 © Pflaum Verlag www.physiotherapeuten.de