WISSENSCHAFT_SYSTEMATISCHER REVIEW

Trainingseinfluss auf osteoporotisch bedingte Schmerzen

Aktivität als Schlüssel zum Erfolg?

Christine Greiff

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Zusammenfassung

Einleitung: Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit körperliche Aktivität osteoporotisch bedingte Schmerzen beeinflussen kann und ob diese Schmerzen durch körperliches Training reduziert werden können.

Methode: Gesucht wurde in den Datenbanken PubMed, PEDro, Cochrane und in der Springer Online Datenbank mit festgelegten Suchbegriffen sowie Ein- und Ausschlusskriterien nach RCTs aus den vergangenen 15 Jahren. Nach Abschluss der Recherche wurden die Studien ausgewertet und mit der PEDro-Skala beurteilt. Die verbleibenden 6 Studien, die sich mit Übungsprogrammen und deren Einfluss auf Schmerz befassten, werden in dieser Arbeit besprochen und bezüglich ihrer Relevanz für Schmerz bewertet.

Ergebnisse: Alle eingeschlossenen Studien zeigten, dass Übungsprogramme Schmerzen mindern. Eine Studie stellte fest, dass im mittleren Schmerzbereich körperliches Training mehr Einfluss auf Schmerz ausübt als im hohen Schmerzbereich. Nur eine Studie ergab keine signifikante, sondern nur eine messbare Schmerzreduktion.

Schlussfolgerung: Die Studienergebnisse zeigten, dass Schmerzen durch Training positiv zu beeinflussen sind; nur eine Studie hatte Schmerz sowohl als Einschlusskriterium als auch als Zielparameter. In weiteren Studien könnte also untersucht werden, welche Trainingsform die Schmerzen am meisten beeinflusst. Entgegen der immer noch weitverbreiteten Praxis sollte bei Schmerz nicht zur Schonung, sondern zur Aktivität und zu gezieltem Training geraten werden.

Schlüsselwörter: Osteoporose, Schmerz, körperliches Training, Knochendichte


Einleitung

Veränderung der Mikroarchitektur

Osteoporose ist eine weitverbreitete Knochenerkrankung, bei der sich die Knochenmasse vermindert und die Mikroarchitektur des Knochens verändert. Dadurch verliert der Knochen seine Stabilität. Risikofaktoren sind unter anderem Bewegungsmangel, Fehlernährung, Erkrankungen und die Einnahme bestimmter Medikamente und Genussmittel. Symptome der Osteoporose sind häufige Frakturen und infolge der deformierenden Veränderungen Schmerzen (1).

Leitsymptom Schmerz

Es kommt häufig zu Wirbelkörpereinbrüchen und Größenminderung der betroffenen Menschen, der typische »Witwenbuckel« entsteht. Betroffen sind vor allem postmenopausale Frauen.
Man findet jedoch in allen Lebensphasen und unabhängig von Geschlecht und Ätiologie manifeste Osteoporosen. Ein Leitsymptom der Osteoporose ist immer auch Schmerz, der Inaktivität bedingt und damit zu einer Progression der Osteoporose führt. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, bereits frühzeitig mit der Schmerztherapie zu beginnen (2).

Schrittmacher der Osteoporose

In vielen Studien wurde bereits nachgewiesen, dass physisches Training positive Effekte auf die Knochendichte und das damit vergesellschaftete Frakturrisiko ausübt, ebenso wie auf das Sturzrisiko und das damit verbundene Frakturrisiko (3). Des Weiteren wurde die Muskelstärke in Bezug auf die Knochendichte untersucht und festgestellt, dass Frauen häufig weniger Kraft und eine niedrigere Knochendichte besitzen, was sich postmenopausal noch verstärkt: So verzeichnen Männer im Verlauf ihres Lebens einen Verlust an Knochenmasse von ca. 15%, bei Frauen sind es ca. 30% (4, 5).
Aufgrund der osteoporotischen Frakturen und den daraus resultierenden Folgen kommt es zu starken Schmerzsyndromen, die als »Schrittmacher der Osteoporose« (1) angesehen werden können. Unbehandelte Schmerzen fördern das Fortschreiten der Osteoporose, da es zu schmerzbedingter Inaktivität und damit Immobilität führt. Die Muskelkraft nimmt ab, die Knochendichte verringert sich, womit eine steigende Unsicherheit und ein erhöhtes Sturzrisiko einhergehen, was wiederum ein von der Knochendichte unabhängiges erhöhtes Frakturrisiko nach sich zieht.

Zentrale Rolle des Schmerzes

Viele Untersuchungen über die Auswirkungen von Muskelkräftigung richten ihr Augenmerk auf die Knochendichte und das Sturzrisiko. Die Auswirkungen auf Schmerzen werden dabei häufig wenig beachtet, obwohl Schmerz eine zentrale Rolle in der Zunahme von Inaktivität und Immobilität spielt (2). Schmerz wird traditionell mit Ruhe und Analgetikagabe (siehe Glossar) behandelt (6).

Hypothesen

In der vorliegenden Arbeit wurden Studien betrachtet, die körperliche Aktivität in ihrer Auswirkung auf Schmerz untersuchten. Es wurden die Hypothesen aufgestellt, dass körperliche Akti-


Abb. 1
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