Viszerale Manipulation +++ Osteopathie +++ Innere Organe +++ Faszie +++ Wechselwirkungen
Sanfte Manuelle Therapie in der Inneren Medizin
Nijesh Ulrich Hesse
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Auf einen Blick
Ein integraler Teil des Gesamtkonzepts der Osteopathie bildet die viszerale Osteopathie oder viszerale Manipulation nach Jean-Pierre Barral. Die Arbeit bezieht sich auf die Untersuchung und Behandlung der inneren Organe. Eine entscheidende Rolle in der Verlagerung von Dysfunktionen in andere Körperregionen spielt die Faszie mit ihrer Kontinuität. Anhand von Fallbeispielen zeigen wir Ihnen viszerale Manöver in der Therapie auf.
Die viszerale Manipulation ist neben der kranialen und der parietalen Therapie integraler Bestandteil der Osteopathie. Viszerale Manipulation bezieht sich auf die Untersuchung und Behandlung der inneren Organe, ihrer Verbindungen untereinander, ihrer Beweglichkeit bzw. Einschränkung ihrer Beweglichkeit, beispielsweise nach Traumata, Entzündungen und Operationen. Weiterhin bezieht sich viszerale Manipulation auf die Wechselwirkungen zwischen Organen, parietalen sowie kranialen Strukturen und deren Funktionen.
Ziel ist es, die Innervation und die Durchblutung zu verbessern bzw. wieder herzustellen. Eine große Rolle spielt hierbei die Faszie mit ihrer Kontinuität, wodurch jede Spannung in der Faszie an weit entfernt liegende Strukturen weitergeleitet werden kann. Hierdurch können Dysfunktionen wie eine Bewegungseinschränkung in der Schulter entstehen, die ursächlich von der Leber ausgehen kann.
Fallbeispiel
Vor einigen Jahren behandelte ich über einen längeren Zeitraum eine Patientin mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung im linken Schultergelenk. Die Inspektion ergab tiefe Narben im Bauchraum, die von zwei Krebsoperationen herrührten, die drei Jahre zurücklagen. Hierbei waren Teile des Magens und die Galle entfernt worden. Im Laufe der Jahre führten diese Spannungen im Abdomen über fasziale Läsionsketten zur Symptomatik in der Schulter.
Nachdem die viszeralen Strukturen ihre normale Beweglichkeit wieder erhalten hatten, fand die Schulter zurück zu ihrem physiologischen Bewegungsausmaß. Die Patientin blieb dauerhaft beschwerdefrei.
Anderseits kann es passieren, dass beispielsweise der Magen aufgrund einer Spannung am Foramen jugulare mit Einfluss auf den N. vagus eine Spastik entwickelt und seine Mobilität verliert. Hier wäre es sinnvoll sowohl mit kra-
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