PRAXIS_EVIDENZBASIERT

Kinesio-Tapes +++ Therapiekonzept +++ Anwendbarkeit +++ Nebenwirkungen +++ Forschungsstand

Kinesiologische Tapes als Therapieergänzung

Aktueller Forschungsstand

Wencke Schlosser

Aeispiel für eine Schmerzanlage mit deutlicher Convolution-Bildung im Randbereich
Foto: Timo Lindemann,
Kinesio Tape Instructor

Auf einen Blick

Die bunten Tapes sind immer häufiger zu sehen. Vor allem auf größeren Sportevents blitzt öfter mal etwas Buntes unter der Sportbekleidung hervor, aber auch Patienten, die eine ärztliche oder physiotherapeutische Praxis verlassen, bekennen Farbe. Dabei stellt sich für viele die Frage, ob diese bunten Bänder wirklich etwas helfen und in welchen Fällen sie anzuwenden sind. Die Autorin stellt im Folgenden den aktuellen Stand der Wissenschaft auf diesem Gebiet dar, um Ihnen einen Überblick zu geben.


Die Geschichte

Das kinesiologische Tape gewinnt immer mehr an Aufmerksamkeit. Nutzten es anfangs nur Sportler, hält es nun auch Einzug in die Behandlung von Patienten aus vielen verschiedenen Fachrichtungen (1).

Den Grundstein für diese Entwicklung legte Kenzo Kase in den 1970er Jahren mit der Absicht, seine Therapien zu optimieren. Als ihn Experimente mit den normalen Tapematerialien jedoch nicht zufriedenstellen konnten, versuchte er die Eigenschaften der Haut und der Muskulatur mit den bestehenden Theorien aus der Kinesiologie zu verbinden: Es entstand aus Baumwollgewebe das neuartige Kinesio-Tape, das aufgrund der Beschaffenheit seines Acrylklebers keine negativen sensiblen Reize auf der Haut auslöst.

Der in sinusartiger Wellenform aufgetragene Kleber sorgt dafür, dass Luft und Flüssigkeit unter dem Tape zirkulieren können (2). Der Kleber ist frei von Latex und wird mithilfe von Hitze aktiviert, die durch die Reibung nach der Applikation entsteht. Das Tape an sich kann auf bis zu 160% seiner ursprünglichen Länge gedehnt werden (3). Um eine möglichst lange Tragedauer zu ermöglichen, machte Kenzo Kase das Material zusätzlich wasserfest. Im Gegensatz zum bisher verwendeten Tape be-wirkt die Anlage eines kinesiologischen Tapes keine Immobilisation der Gelenke, sondern regt die körpereigenen Heilungsmechanismen an und verbessert die Mikrozirkulation mithilfe der entstehenden Convolutions (siehe Glossar), einer Wellenbildung der Haut. In der Folge entstaut das Gewebe und der Druck auf die Rezeptoren wird reduziert (2).

Wirkungsweisen

Je nach Art der Anlage kommt es im Bereich der Muskulatur zu einer Tonusregulation (in Anlehnung an die Erkenntnisse von Leon Chaitow) und einer Verbesserung der Propriozeption, was zu einem besseren Bewegungsgefühl führt (3).

Als weitere Wirkungsweise wird die Erhöhung der Lymphmenge und Strömungsgeschwindigkeit im Anwen-



weiter ... (für pt_Abonnenten)


Sie haben noch kein _Abonnement?
Profitieren Sie von dem umfangreichen Angebot für _Abonnenten!

Bestellinformationen


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 © Pflaum Verlag www.physiotherapeuten.de