PRAXIS_DISKUSSION

Evidenz +++ Dokumentation +++ Neurodynamik +++ Evidenzbasierte Physiotherapie +++ Lesermeinung

Wirkmechanismen bleiben oft unklar

Leser-Feedback zum Beitrag von Frans van den Berg

Matthias Strathmann

Foto: Dario Sabljak©fotolia.de

Auf einen Blick

Zum Beitrag von Frans van den Berg über die Problematik der evidenzbasierten Physiotherapie bekamen wir sehr viele Rückmeldungen. Viele stimmten mit dem Autor überein, einige auch nicht. Die Vielzahl veranlasste uns, die unserer Meinung nach interessantesten Leserbriefe ungekürzt Ihnen vorzustellen und zu veröffentlichen. Weitere Rückmeldungen und Diskussionsbeiträge nehmen wir gespannt entgegen und werden Sie weiterhin informieren.


Erfreulich positive Resonanz

Allgemeine Stellungnahme von Frans van den Berg

Es war sehr interessant die verschiedenen Reaktionen zu lesen. Grundsätzlich waren fast alle Leserbriefe sehr positiv und meine Ideen und Ansätze wurden begrüßt. Natürlich kenne ich die Kollegen, die einen Beitrag geschickt haben, nicht persönlich.

Mein Eindruck war jedoch, dass die positiven Reaktionen von Kollegen kamen, die schon länger im Beruf stehen und auch schon ihren Horizont über das klassische Arsenal der physiotherapeutischen Behandlungstechniken hinausbewegt haben. Das sind dann auch meistens die Therapeuten, die die Relativität unseres Wissens zum Thema Wirkungsmechanismen in der Physiotherapie erkannt haben. Es sind die Kollegen, denke ich, die wissen, dass es sehr viele Wege nach Rom gibt und dass sehr unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zum Erfolg führen können.

Persönlich glaube ich, dass es gut ist, eine große Auswahl an Untersuchungs- und Behandlungstechniken zu kennen und zu können, weil jeder Patient sein eigenes Management braucht. Man kann nicht alles mit ein und der gleichen Technik bzw. demselben Konzept behandeln. Es gibt den Spruch: Wenn Dein einziges Werkzeug ein Hammer ist, ist alles irgendwann ein Nagel.

Eine Kritik kam von einer – ich vermute jungen – Kollegin, die sich gerade mitten in ihrem Masterstudiengang befindet. In diesen Studiengängen wird natürlich, und auch logischerweise, viel Zeit und viel Bedeutung der Beweisführung unseres therapeutischen Handelns (EBM bzw. EBP) gewidmet. Während eines solchen Studiengangs ist es natürlich extrem schwierig, den unterrichteten Stoff zu relativieren. Relativieren kann man erst, wenn man viele Jahre mit Patienten gearbeitet hat und immer wieder damit konfrontiert wird, dass die tollen und schönen Erklärungsmodelle und Hypothesen in der Praxis manchmal überhaupt nicht funktionieren. Das verlangt natürlich auch eine gewisse Selbstkritik und den Mut, sein eigenes Handeln und die verwendeten Hypothesen in Frage zu stellen.



weiter ... (für pt_Abonnenten)


Sie haben noch kein _Abonnement?
Profitieren Sie von dem umfangreichen Angebot für _Abonnenten!

Bestellinformationen


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 © Pflaum Verlag www.physiotherapeuten.de